1. Weiblichkeit


    Datum: 11.07.2018, Kategorien: Erotische Verbindungen, Autor: byKojote, Quelle: Literotica

    Seite ein und meine Libido auf der anderen. Allerdings ist Letztere ziemlich abwesend, denn sie starrt jedem halbwegs attraktiven Mann hinterher. Und einigen Frauen?! Ohje... Aber... Was solls eigentlich? Wir schauen ja nur... Ich entspanne mich langsam und höre auf, den Mantel festzuhalten als hinge mein Leben davon ab. Natürlich bin ich ein wenig in Sorge. Wenn das Ding aufgehen würde... Mein Stolz erscheint vor mir und sieht mich herausfordernd an. Sie ist von einer kleinen Lolita zu einer umwerfenden und wahnsinnig erotischen Lady geworden. Ich muss mir unbedingt ein mentales Foto von ihrem Outfit machen, auch wenn ich in so etwas kaum so... rattenscharf aussehen dürfte. Oder? Sie sieht mich an und ihre Augen stellen mir eine Frage: ‚Ja? Was wenn? Was wenn der Mantel aufgehen würde? Würdest du dir dann von irgendwem die Butter vom Brot nehmen lassen, Cassandra? Oder würdest du dem Ersten, der dir blöd zu kommen versucht, eine deftige Lektion erteilen?' Libido und Weiblichkeit nicken bedächtig. Und irgendwo in den Hinterzimmern meines Geistes scheint eine Art geknebelter Stimme sich Gehör verschaffen zu wollen. Aber das bilde ich mir wohl nur ein. Schließlich muss ich eingestehen: Mein Stolz hat recht. Ich bin weder hilflos, noch ein Opfer. Ich entscheide selbst, wann ich mich jemandem ausliefere. Und wie lange oder zu welchen Bedingungen. Weder ein Business-Kostüm noch die völlige Abwesenheit von Kleidung ändert etwas daran. ‚Emanzipation', erinnere ich mich an etwas, ...
    was ich einmal gelesen habe, ‚hat weniger damit zu tun, wie andere mit mir umgehen. Sie dreht sich mehr darum, wie ich mit anderen umgehe. Und mit mir selbst.' Es macht mich nicht schwach, mich in einer Frauenrolle wohlzufühlen. Und es macht mich auch nicht schwach, mich den Begierden von Männern auszuliefern. Wennich daswill, dann wäre es doch völlig dämlich - Oh, ich werde es genießen, dieses Wort öfter zu benutzen - mir das zu verwehren. Männer wie Frauen - alle Menschen - nutzen die Schwächen von anderen aus. Und bislang habe ich meine Weiblichkeit als Schwäche gesehen. Aber ich muss sie nicht erst anblicken, um zu verstehen, dass sie auch eine Stärke sein kann. Ebenso wie meine Libido. Und mein Stolz, was das angeht. Ich mache mir im Geiste eine ganz neue, eigene Emanzipation. Und die erlaubt es mir, den Mantel so weit zu öffnen, dass man mein Dekolletee gut erkennen kann. Sie erlaubt mir auch, die Blicke zu genießen, die ich daraufhin von Männern erhalte. Sie wird mir erlauben, jedem Typen, der sich nicht von diesem Anblick losreißen kann, in den Arsch zu treten. Und sie wird mir erlauben, Männer wie Richard - oder Tim - damit nach Herzenslust spielen zu lassen. Solange es mir ebenfalls Spaß macht. Also... „Fick dich, Feminismus. Ich steh auf Männer, die sich auch wie Männer benehmen und harte, dicke Schwänze haben!" Und es ist mir völlig egal, dass mich jetzt drei Dutzend Leute entgeistert anstarren. Aber ich gehe lieber trotzdem weiter, bevor ich gleich rot werde...
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