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Der weltberühmte Pianist...
Datum: 22.06.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,
beim nächsten Mal!", und manchmal trafen wir uns auch wieder in der S-Bahn auf dem Nachhauseweg. Er stieg dann an derselben Station aus wie ich, wir verabschiedeten uns und gingen unserer Wege zu unseren Wohnungen. Er kam immer allein und trug auch keinen Ring, woraus ich schloß, daß er solo war. Nach dem Reinfall auf dem Betriebsausflug wollte ich es mit ihm beim und nach dem letzten Konzert vor der Sommerpause versuchen. Dazu fuhr ich ausnahmsweise einmal mit meinem Auto zur Musikhalle und hatte das Riesenglück, einen Parkplatz zu finden, der nicht kilometerweit entfernt war. Das Konzert verlief wie gewöhnlich, aber der weltberühmte Pianist interessierte mich heute wenig. In der Pause trat ich zu meinem Auserwählten, der wohl nichts ahnte. Wir tranken auf meinen Vorschlag ein Glas Sekt und unterhielten uns angeregt über das Konzert. Beide fanden wir den langsamen zweiten Satz der Beethovensonate zu schnell und damit viel zu wenig abgehoben vom den schnellen ersten und dritten Sätzen. Der weltberühmte Pianist hatte heute wohl nicht seinen besten Tag, fanden wir lachend. "Hoffentlich haben wir heute einen guten Tag!", wagte ich das Gespräch weiterzuführen. "Sagen Sie, wie heißen Sie eigentlich?" Das wußte ich nämlich wirklich nicht. "Theodor Weinberger", stellte er sich vor. "Und ich heiße Melanie Knaack; aber nennen Sie mich einfach Melanie! Und darf ich Theodor oder Theo zu Ihnen sagen?" Ich durfte. Dann klingelte es zum zweiten Teil des Konzerts, wir stellten unsere ... Sektgläser ab, und ich konnte ihm noch sagen: "Theo, heute bin ich mit dem Auto da. Kann ich Sie nachher mitnehmen?" "Vielen, vielen Dank, Melanie, gerne! Bis nachher!", und wir gingen auf unsere Plätze. Ich will nicht labern von unsichtbaren Kraftfeldern, die uns miteinander verbanden, aber ich fand, ich hatte meine Sache soweit gut gemacht. Nach dem Konzert trafen wir uns an der Garderobe wieder. "Ich hätte noch Appetit auf eine kleine Pizza!" meinte Theo. "Gute Idee!", fand ich, und wir gingen in eine nahe gelegene Pizzeria, die wir beide kannten. Wir lästerten weiter über den heute nicht gut aufgelegten weltberühmten Pianisten, lachten viel, und irgendwann rutschte mir -- nicht ganz unbeabsichtigt -- das "Du" heraus. Ich korrigierte mich pro forma sofort, aber er nahm meine Hand und sagte "Bleiben wir doch beim Du, Melanie!", womit ich voll einverstanden war. Wir gingen dann zu meinem Auto, und auf der Fahrt zu unserem Stadtteil unterhielten wir uns weiter blendend. Wir erinnerten uns an Lustiges aus den Konzerten der letzten Saison: "Weißt du noch, wie der zweite Klarinettist nach einer Pause einen Takt zu früh losgelegt hat, und das auch noch fortissimo -- er hat seine 135 Takte Pause wohl falsch gezählt!", und schon waren wir an der S-Bahn-Station angekommen, wo wir normalerweise ausstiegen. "Du kannst mich hier rauslassen, ich geh dann den Rest zu Fuß, Melanie!" "Aber ich bring dich doch bis zur Haustür, ist doch Ehrensache, Theo!", was er sich gern gefallen ließ und mich ...