1. Nóstimon Hêmar


    Datum: 19.05.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    wenn sie vielleicht doch zurück nach Hamburg kommen wollten. Waldemar war auch ein guter Hausmann; es machte ihm Freude, fürs Essen zu sorgen -- durch Einkaufen, aber auch durch Kochen, wenigstens einfacher Gerichte, und er machte nach dem Abendessen meist den Abwasch. Wir waren aber noch so heiß verliebt, daß es uns noch recht oft ins Bett zog und wir uns sagten: "Den Abwasch kann ja auch einer von uns morgen früh machen, oder er bleibt bis morgen, das wäre auch keine Katastrophe." Als sich auf diese Weise über ein Wochenende einmal der Abwasch von drei Tagen in der Küche türmte, beschloß Waldemar, eine Geschirrspülmaschine anzuschaffen. Von so einem Ding habe ich in den Jahren, in denen ich allein gelebt habe, immer gesagt: "Nicht brauche sie ich" -- ein Zitat aus der sehr anregenden Parodie von Robert Neumann auf den unmöglichen Stil von Kayserling. Und Waldemar hatte nach Annes Tod seine Spülmaschine Hanne und Ingo geschenkt: "Die jungen Leute haben abends sicher was Besseres vor als abzuwaschen -- und sie sind ja auch zu zweit und ich allein." Die Spülmaschine, unsere erste gemeinsame größere Anschaffung, wird uns hoffentlich auf ewig aneinanderschweißen! Ein schönes Erlebnis hatte ich im Herbst bei einem Konzert in unserer Gemeindekirche. Bei der Gelegenheit dieses Konzertes lernte auch Waldemar die Kulturinteressierten meines Stadtteils beziehungsweise meiner Gemeinde kennen. Und eine Ärztin aus der Nachbarschaft, die ich immer bei solchen Anlässen treffe, sagte mir ...
    später: "Ihr Mann, der Herr Schröder, ist ja sehr sympathisch -- hoffentlich kommt er öfter zu unseren Konzerten und Vorträgen." "Ihr Mann" hat die liebe Dame gesagt, nicht "Ihr Bekannter", "Ihr Lebensgefährte" oder ähnliche fürchterliche Ausdrücke. "Ihr Freund" wäre auch ein schönes Wort gewesen -- "Lebensabschnittspartner" wird ja wohl nur humoristisch gebraucht, obwohl es genau genommen auf alle Arten der Partnerschaft zutrifft. In den Spätherbst fällt auch der Geburtstag meines älteren Bruders Hans. Er hielt sich an den von meiner Mutter vorgegebenen Komment, mich ohne Freund einzuladen, aber ich nahm den etwas widerstrebenden Waldemar einfach mit und stellte ihn der Familie vor. Das letzte Mal, daß ich mit einem nicht mit mir verheirateten Mann zu einer Familienfeier erschienen war, das war vor "Urzeiten" mit Dieter kurz vor meiner Heirat. Und jetzt mit einem Mann, mit dem ich nicht einmal verlobt war! Hans nahm die Sache, wie erwartet, locker, zumal er ja auch mit seiner neuen Freundin Annemarie die Heirat erst plante. Er freundete sich gleich mit Waldemar an und war nach zwei Sätzen per Du mit ihm. Meine Mutter gab ihm nur kühl die Hand -- immerhin! -- und sagte: "Guten Abend, Herr --?" "Schröder, Mama, ich hab dir Waldemar doch schon vorgestellt, und du hast dich sogar mit ihm geduzt, als du damals die Überschwemmung im Keller hattest und wir nachts zu dir gefahren sind!" "Guten Abend, Waldemar!" Das waren fast die einzigen Worte, die meine Mutter an dem Abend mit ...