1. Es ist viel zu beichten


    Datum: 07.02.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    sagen, du warst hier noch nie mit einem verheirateten Freund?" "Nie -- wirklich nie -- jedenfalls noch nie mit einem in Amerika verheirateten Freund!", mußte ich lachen, und gab Peter wieder einen herzhaften Kuß, den wir im Spiegel beobachten konnten. "So, wir sollten unseren Chauffeur nicht zu lange warten lassen. Wo meinst du, sollen wir essen gehen?" "Wir wär's mit dem Alsterpavillon -- da war ich nicht oft, aber immer mit aller-, allerbesten Freunden." "Und darf ich mich zu dieser Kategorie zählen?" "Du darfst, Peter! -- So, jetzt möchte ich mir noch was Schickeres anziehen -- und willst du in deinen Reiseklamotten bleiben?" "Nein, ich such mir auch einen Abendanzug aus dem Koffer." So zogen wir uns als altes Liebespaar ohne falsche Scham voreinander zunächst einmal aus, und als ich nur noch Slip und BH anhatte, machte Peter mir das Kompliment: "Du hast dich in all den Jahren überhaupt nicht verändert!" "Du warst ja schon immer kurzsichtig: Von da siehst du all die Falten nicht." "Falten -- Quatsch, die paar Fältchen, aber deine Figur -- überhaupt nicht in die Breite gegangen." "In die Länge leider auch nicht! -- Aber du, du bist, glaub ich, wieder etwas schlanker als vor acht Jahren. Machst du Sport?" "Ich jogge meistens morgens eine halbe Stunde -- das machen die meisten in unserem Viertel." "Erna auch?" "Zwei-dreimal die Woche dreht Erna mit einer Nachbarin eine etwas kürzere Runde -- trotzdem ist und bleibt sie etwas rundlicher als du." "Das ist wohl so angelegt. -- ...
    In dem Anzug siehst du richtig schick aus -- da könnten wir ja gleich in die Oper gehen!" "Ein andermal, Melanie; heute, glaub ich, würde ich einschlafen nach dem Flug." "Okay, gehen wir essen, du warst ja sowieso immer mehr für Jazz." "Und du: bist du immer noch so ein Bach-Fan -- natürlich, du hast ja jetzt ein Cembalo, wie ich gesehen hab." "Immer mehr ein Bach-Fan!" "Also nix Oper, lieber Orgelkonzert." "Würd ich auch so sehen, das weißt du doch, Peter?" "Und dafür wäre kein Abendanzug nötig, Jeans täten es auch." "Aber in dem Anzug siehst du ganz toll aus, laß es dir von einer Frau gesagt sein! Ich könnte schwach werden --" "Das hatte ich gehofft!" "Frechdachs! Schnauze! Komm, gehen wir runter und fahren!" Das Essen im Alsterpavillon war feudal wie immer und, wenn man das ganze Ambiente mit in Betracht zieht, preiswert: teuer, aber seines Preises wert. Immer wieder gaben wir uns während des Essens über den Tisch hinweg zart die Hand und hielten sie -- das waren mit die schönsten Momente während des ganzen Besuchs von Peter. Sonst redeten wir wenig, ich wollte nicht hier quasi in der Öffentlich von meinen Erlebnissen der letzten Jahre erzählen, und Peter war wirklich sehr müde und genoß still das Beisammensein mit seiner Jugendfreundin. Mit einem gewissen Stolz registrierte ich die Blicke, mit denen andere Frauen den stattlichen Peter begutachteten: meinen Peter! Dieses Gefühl hatte ich seit Dieters Zeiten nicht mehr genossen, nur ansatzweise mit Siggi auf den Tagungen, ...
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