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Es ist viel zu beichten
Datum: 07.02.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,
Kumpelhaftigkeit um die Schultern. "Gut, probieren wir das mal, ist ja auch etwas näher." "Zwanzig Meter!", sagte ich. "Fünfzig!", korrigierte Herr Kreuzer lachend. "Mindestens hundertfünfzig." Peter war als Ingenieur für millimetergenaue Exaktheit. Das Restaurant machte einen gediegenen Eindruck -- ich wußte von ihm im Prinzip, hatte es mir aber nie geleistet, und wir setzten uns an einen der letzten beiden freien und nicht reservierten Tische. Wir bestellten Boeuf Stroganov und beschlossen, uns nicht weiter mit Wein zu benebeln, sondern einfach ein kühles Helles zu bestellen. Wir unterhielten uns lustig über die Abgründe der Hamburger Kulturpolitik -- es stellte sich heraus, daß Herr Kreuzer in der Kulturbehörde für die Theater zuständig war -- uns sehr zu Anfang sagte Herr Kreuzer: "Ich glaube, ich bin der Älteste unter uns, ich bin dreiundvierzig, und Sie, Frau Knaack?" "Das fragt man eine Frau nicht, aber ich finde es auch blöd, wenn Frauen eine Geheimnis mit ihrem Alter machen -- ich bin neununddreißig." "Und Sie, Herr Fink?" "Auch dreiundvierzig!" Die beiden fanden bald heraus, daß Peter einige Wochen älter war, aber trotzdem schlug Herr Kreuzer gegen die Anstandsregeln vor, wir sollten uns alle duzen. "Ihr wißt ja von eurer Suchaktion: Ich heiße Helmut!" Wir waren natürlich einverstanden. Die Unterhaltung wurde noch lustiger, sie streifte auch meine Beziehung zu Peter -- "im ersten Semester kennengelernt und dann in zwanzig Jahren nur dreimal wiedergetroffen -- ihr ... habt euch sehr gern -- man sieht es -- es ist schön, solche Freunde zu haben!", sagte Helmut mit etwas wehleidigem Ton. Irgendwann verschwand Peter aufs Örtchen, und ich wußte: Jetzt regelt er auch die Bezahlung, sicher für alle drei. Als es ans Aufbrechen ging, zückte Helmut das Portemonnaie, aber Peter bremste ihn: "Das ist alles schon erledigt, Helmut!" Und Helmut sagte: "Habt vielen Dank, daß ihr mit mir essen gegangen seid. Wißt ihr: Seit ich geschieden bin, sitze ich meist allein zu Hause oder gehe allein in eine Pizzeria. Auch im liberalen Hamburg wird man von vielen Leuten geschnitten, wenn man geschieden ist." Wir riefen ein Taxi, ließen es auf dem Weg zu uns den Umweg über die Legienstraße machen, verabschiedeten uns dort von Helmut, der uns noch einmal dankte, und auf dem weiteren Weg zu meiner Wohnung hatte ich wieder Peters zarte Hände auf meinen Knien. "Endlich!", flüsterte ich ihm zu, "ich dachte schon, du interessierst dich nicht mehr für mich." "Aber ich konnte doch nicht den ganzen Abend --", entrüstete sich Peter so laut, daß sich der Fahrer nach uns umwandte. Ich machte nur: "Pst!", und als der Fahrer Peters Hand auf meinem Knie sah, wandte er sich lächelnd wieder der Fahrbahn zu. Zu Hause erwartete ich den Ausbruch von Peters nun schon einen ganzen Tag lang aufgestauter Energie. Und in der Tat begann sich Peter, kaum war die Tür hinter und geschlossen, die Kleider quasi vom Leib zu reißen, so daß ich ihn bitten mußte, doch wenigstens seinen Anzug ordentlich ...