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Im wilden Osten
Datum: 22.11.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,
eigentlich klar, daß ich ihn abwimmeln würde, wenn er mal mit einem solchen Ansinnen herauskäme. Aber das Prickeln einer neuen Beziehung, wenn auch einer kurzen -- Ab jetzt lächelte ich Matthias betont freundlich zu, wenn er sich neben mich setzte und streichelte auch mal seine Hand, wenn er sich als Choleriker wieder einmal über eine katastrophal schlechte Arbeit seiner Schüler todärgerte. Aber es ergab sich kein näheres Kennenlernen, auch nicht bei den Nach-Schul-Kaffees, zu denen er mich mindestens einmal pro Woche einlud und für die ich mich ebenso revanchierte. Dafür schien Waldemar in der Woche nach unserem Gespräch am Ziel seiner Wünsche zu sein. Er sagte eines Abends strahlend, für den kommenden Tag habe ihn Rodica zum five-o'cklock tea eingeladen. "Na, dann üb mal schön, oder halt dich nachts zurück, um Kräfte zu sparen. Und geh nochmal zum Friseur -- ich meine zum richtigen -- deine Haare sind seit dem Friseur vor zwei Monaten schon ziemlich gewachsen." Das saß, denn Waldemar ging noch gleich am selben Abend zum Friseur; die meisten Friseursalons in Rumänien haben bis acht Uhr oder noch länger geöffnet. Waldemar war den ganzen Abend aufgekratzt und lustig, ich tat es ihm gleich, und in der Nacht sparte er seine Kräfte durchaus nicht. Und ich dachte vor dem Einschlafen, wenn Waldemar morgen wohl länger wegbleiben würde, dann wäre es auch für mich die Gelegenheit, mich mit Matthias zu einem Techtelmechtel zu treffen, zumal es einer der Tage unserer routinemäßigen ... Café-Besuche war. Am nächsten Morgen zog sich Waldemar durchaus nichts Besonderes an, ich aber wählte ein kurzberocktes Kostüm, das ich in Rumänien noch nie zum Dienst angezogen hatte. Meine Kollegen, besonders die männlichen, ganz besonders aber Matthias äußerten sich anerkennend über meine Erscheinung, und ich konnte Matthias geheimnisvoll raunend zuflüstern: "Wir sehen uns doch nachher im Café?" Nachdem wir in demselben den heutigen Schultag durchgehechelt hatten, fragte ich Matthias: "Wie geht es eigentlich deiner Frau?" "Ach, meine Frau. Du hast die ja kennengelernt", antwortete Matthias traurig und war von da an sehr wortkarg, und es ergab sich nichts außer ein von mir aus sehr in die Länge gezogener Händedruck zum Abschied. Es hat nicht sollen sein, jedenfalls heute, sagte ich mir und machte mich auf meinen langweiligen Heimweg. Zu Hause korrigierte ich noch langweiligere Aufsätze, schrieb mir die Finger wund mit den vielen notwendigen orthographischen Korrekturen und wartete auf Waldemar und seine aufregenden Erzählungen. Waldemar kam gegen halb acht, war guter Laune und wartete meine Frage "Wie war's?" ab. "Nichts war heute", sagte er. "Wieso, nichts: Wollte sie nicht, konntest du nicht --" "Ich wollte nicht, sie schon." "Na, nun erzähl mal im Zusammenhang!" "Ich komme also um fünf mit meinem Blumenstrauß da an, Rodicas Mutter öffnet mir die Tür und führt mich ins Wohnzimmer. Die Wohnung ist wirklich winzig, höchstens dreißig Quadratmeter. Im Wohnzimmer war eine ...