1. Hexenring 2


    Datum: 27.10.2017, Kategorien: Hardcore,

    tauchten den Raum in ein helles, aber gleichzeitig weiches Licht. Kräftige Farben waren gar nicht vorhanden und so ergab das ganze Bild eine einfache, aber ausgeglichene Harmonie. Klara trug wie immer die gleichen Klamotten, zumindest erkannte ich nie einen großen Unterschied. Immer ihren weit ausladenden Rock, von dem ich ja wusste, warum es so war. Nur ihre Stiefel hatte sie in der Wohnung nicht an. Ich setzte mich in ein Sofa. Ja, sich auf dieses zu setzen war gar nicht möglich. Man sank sofort ein und war sofort kuschelig umgeben. Klara wiederum ging in die Küche und ich hörte sie geschäftig herumwerkeln. Dabei konnte ich vom Sofa aus einen Teil der Küche sehen. Die sah dann so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Überall an den Wänden hingen getrocknete Kräuter und diverse andere Dinge, die ich noch nie gesehen hatte. Nur zwei Minuten später kam Klara mit einer dampfenden Kanne und zwei Tassen wieder die sie geschickt auf einem großen Tablett balancierte. Sie stellte die Tassen auf den Tisch vor mir, goss uns ein und setzte sich mit in das Sofa. Ein starker Geruch von Kräutern und anderen Düften zog sofort in meine Nase. Zum einen kam er sicher von dem Gebräu den sie eingeschenkt hatte. Zum anderen schien Klara selber auch danach zu riechen. Tee war es sicher nicht, soviel stand fest, denn so etwas hatte ich noch nie gerochen, und selbst wenn ich kein Teeexperte bin, so kann ich das schon unterscheiden. Klara beugte sich noch vor, schippte in beide Tassen jeweils ...
    zwei Teelöffel Zucker und reichte mir dann die eine. Ich nahm sie entgegen und sog jetzt den starken Duft aus der Nähe ein. Es roch stark, sehr stark, aber auf der andren Seite auch sehr angenehm nach Natur und anderen erfrischenden Dingen. Der erste Schluck war heiß, sehr heiß und so hätte ich mich fast verbrannt, aber ich konnte es gerade noch verhindern. Als die Flüssigkeit meine Kehle entlang rann und sich dann in den Magen ergoss, konnte ich genau seine Bahn verfolgen. Im Magen angekommen explodierte es geradezu und breitete seine wohlige Wärme im ganzen Körper aus. Dabei schmeckte es sehr angenehm und gar nicht so stark, wie ich vermutet hatte. So saßen wir erst eine kleine Weile schweigend nebeneinander und tranken in kleinen Schlucken das Gebräu. Seltsamerweise war mir dieses Schweigen gar nicht unangenehm, genauso wie Klara. Sich mit dem Getränk zu beschäftigen reichte vollkommen. Eine Unterhaltung hätte den Genuss nur getrübt. Erst als wir den letzten Schluck getrunken hatten, setzen wir die Tassen ab und stellten sie auf den Tisch. Ich sah Klara an und sie mir tief in die Augen. Ich meinte in ihren Augen zu ertrinken, sie wirkten so tief und unergründlich, dass ich mich nicht einmal in ihnen spiegelte. Dann sagte sie:“ Du hast mich also im Wald gesehen?“ Diese wenigen Worte hallten durch mein Gehirn und mir wurde trotz der Wärme des Getränks noch wärmer. Antworten konnte ich nicht, nur ein Nicken war meine Antwort. Wieder folgte ein Moment des Schweigens. Und ehrlich ...
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