1. Hexenring 2


    Datum: 27.10.2017, Kategorien: Hardcore,

    Klara, immer wieder Klara. Dieser Name ging mir nicht mehr aus dem Sinn. Eine ganze Woche lang schwirrte sie in meinen Gedanken herum und verursachte eine innere Aufregung in mir. Ich konnte die Bilder hinter meinen Augen nicht mehr entfernen. Sie hatten sich förmlich eingebrannt und ich sah sie selbst noch dann, wenn es vollkommen dunkel war. Was war dort geschehen? Ich konnte es immer noch nicht einordnen. Bis jetzt war ich immer ein absolut rationeller Mensch gewesen und so etwas wie Magie, Hexen und Zauber hatten in meiner Gedankenwelt keinen Platz. Doch jetzt war mein Gedankengebäude am Wanken. Zu gerne hätte ich mehr darüber gewusst, doch wie? Ich konnte schlecht zu Klara rübergehen, Guten Tag sagen und ihr sc***dern, was ich gesehen hatte. Um mich etwas abzulenken, vertiefte ich mich in Literatur über dieses Thema, kam aber auch nicht viel weiter als zuvor. Ich fand einiges über Hexenringe und Ähnliches, aber das, was ich gesehen hatte, wurde nirgends beschrieben. Diese wie verbrannt wirkende Erde in der Mitte wurde nirgends erwähnt, noch konnte ich etwas über eine Art Sonnenkult in diesem Zusammenhang erfahren. Denn bis jetzt hatte ich Hexen und ihre Rieten immer in die Dunkelheit verlegt und nicht in die strahlende Sonne. Irgendwas hatte ich übersehen, glaubte ich zumindest, denn ich kam einfach nicht zum erlösenden Ergebnis und das machte mich einfach unruhig. Wenn ich Klaras Haustür hörte, wollte ich jedes Mal zur Tür. Aber ich fand es zu aufdringlich, sie hätte ...
    es sicher gemerkt, wenn ich immer zufällig zum gleichen Zeitpunkt herausgekommen wäre. Also musste ich mich in Geduld fassen und abwarten. Es kam dann ganz anders, als ich gedacht hatte. Vor einigen Tagen klingelte es bei mir an der Tür. Nichts ahnend ging ich aufmachen. Klara stand vor der Tür und fragte mich, ob ich nicht zu einem Tee zu ihr herüberkommen wollte. Und ob ich wollte, zumal ich es mir irgendwie abenteuerlich vorstellte. Wie ihre Wohnung wohl aussah? Klara war schon anders, also musste diese auch anders sein. So zumindest meine Vermutung. Und richtig, wenige Minuten später stand ich in einer anderen Welt. War ich sonst in Wohnungen allem begegnet, was einem modernen Wohnstiel entsprach, so war ich trotz Vorahnung doch überrascht. Wie sie es mit der Wohnungsgesellschaft hinbekommen hatte die Wohnung so umbauen zu können, ist mir ein Rätsel. Ihre Wohnung bestand eigentlich nur aus einem Raum, wobei soweit ich weiß, alle anderen Wohnungen aus drei Räumen bestehen. Selbst die Küche hatte sich so umgebaut, dass sie eigentlich zum Wohnraum gehörte. Was als Erste auffiel, war die Eckenlosigkeit. Keine Ahnung, ob es dieses Wort überhaupt gibt, aber es traf, was ich sah. Nicht eine Ecke war zu sehen, alles rund und weich. Hatte ich zuvor noch angenommen, dass es recht dunkel bei ihr sein würde, hatte ich mich getäuscht. Eher das Gegenteil war der Fall, fast weiße Stoffbahnen hingen an den Wänden herunter und unter der Decke. Sie ersetzten die sonst üblichen Tapeten und ...
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