1. Saturnalia


    Datum: 01.06.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    ich hatte einen klaren Kopf und keinen Kater. Allmählich fiel mir ein, was ich am Vortag und in der Vornacht erlebt hatte. Eine Doppelnummer mit Hartmut -- gut, und ich würde ihn weiter auch in der Bibliothek duzen -- aber dann die Doppelnummer mit Ibrahim -- wer konnte dies nur gewesen sein? Dabei spürte ich untenherum noch etwas Feuchtes und wischte mir die letzten Tropfen seines -- oder waren es noch Hartmuts -- wie war ich doch unmoralisch! -- Liebessaftes weg, und beim Nachdenken über Ibrahims Identität schlief ich wieder ein. Als ich endgültig aufwachte, war es Kaffezeit und der richtige Moment, meiner Mutter den gewohnten Sonntagnachmittagsbesuch abzustatten. Ich war wortkarg und mußte immer an Ibrahim denken. Als meine Mutter fragte, an was ich dächte, sagte ich die halbe Wahrheit, ich hätte auf dem Faschingsfest mit einem sympathischen Mann getanzt uns wisse nicht, wer das gewesen sei. "Es ist ja auch nicht so wichtig, mit wem du da bei dem Schwof getanzt hast." Damit war für meine Mutter die Sache erledigt. Aber ich versuchte, alle meine männlichen Bekannten Revue passieren zu lassen. Sicher war es keiner meiner "richtigen" Liebhaber, auch keiner der Partner meiner gelegentlichen Kurzbeziehungen. Diese hagere, über und über behaarte Gestalt, diese knochigen Knie, an denen man jeden der Knochen studieren konnte, auch der lange dünne Schwanz, der auch im schlaffen Zustand überdurchschnittlich lang war -- ich hätte mich bestimmt an einen solchen Intimpartner ...
    erinnert. Auch in der Sauna: Dort hatte ich trotz der vielen Stammkunden ja auch manchen anderen Herrn über mich gelassen, aber an so einen Typ hätte ich mich bestimmt erinnert. Und die Kunden, die dort eine andere Frau gewählt hatten, aber mich natürlich im Aufenthalsraum auch kennengelernt hatten, auch meinen Namen, den ich ja auch dort benutzt hatte? Schließlich saß man bei uns in der Sauna zunächst mal mit einem Bademantel bekleidet. Aber die meisten dieser Herren hatte ich wohl auch unter der Dusche oder beim Umkleiden unbekleidet gesehen, und an einen Ibrahim-Typ konnte ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Olaf? Er hatte ja auch einen langen dünnen -- daß mir das immer noch vor Augen stand, als wäre es gestern gewesen, und dabei dauerte meine Entjungferung doch keine Minute! -- so was bleibt einem Manne doch sein ganzes Leben. Und sehr schmal war Olaf damals auch! Aber er war mit mir gleichaltrig, und Ibrahim schätzte ich um einiges jünger ein als ich es mit meinen einundvierzig war. Aber was soll das Grübeln, sicher würde Trudi wissen, wer Ibrahim war. Vielleicht hatte er es ihr auch gesagt, als sie miteinander tanzten und danach an der Bar saßen. Ich rief am Abend noch Trudi an, und wir verabredeten uns am folgenden Nachmittag bei ihr. Ich konnte diesen Besuch kaum erwarten, und kaum hatte ich bei ihr den ersten Schluck Kaffee getrunken, da konnte ich meine Frage nicht mehr zurückhaltem: "Sag mal, Trudi, weißt du, wer Ibrahim ist?" "Nein, keine Ahnung, der Ball war ja ...