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Wenn der Herr außer Haus ist --
Datum: 31.05.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,
zurecht? Es soll ja in der Schule immer schwieriger werden mit der Jugend von heute." "Na ja, ich komm so einigermaßen klar, wenn ich mir Respekt verschaffen will, brüll ich los, das hilft eigentlich immer, und vielleicht liegt es auch daran, daß ich im Ruf stehe, für alle Fragen offen zu sein." "Wirklich für alle?" "Wirklich! Um deiner Neugier vorzugreifen: Immer wieder fragen mich junge Mädchen, wie es mit der Pille sei und was sie mit ihren Freunden machen sollen -- und so was." "Und was sagst du ihnen?" "Na, was man dann eben so sagt. Ich muß mir natürlich erst einmal die näheren Umstände erzählen lassen. Solche Gespräche dauern schon mal ein -- zwei Stunden. Auch hab ich schon manchem Jungen die Furcht vor dem Schwachsinnig-Werden genommen." "Wieso --" "Du weißt doch, was manche Eltern, wohl vor allem Mütter, ihren Jungs immer noch erzählen: daß sie vom zu vielen --" und ich machte die obszöne Handbewegung -- "schwachsinnig werden." "Wirst du auch manchmal von Jungs angemacht." "Schon -- übrigens auch von Mädchen." "Auch von Mädchen?" "Ja, denk mal an! Neulich kam eine an mich herangeschleimt und schwärmte mir was vor von meinen schönen Beinen. Ich nahm sie mir mit Ruhe zu meiner schönen Brust und wollte sie aufklären, daß Lesbisch-Sein keine Schande sei. Aber sie sagte, sie sei gar nicht lesbisch. Ich weiß bis heute nicht, was mit der eigentlich war." "Sie wollte dich wohl bloß provozieren." "So wird's sein -- Und einmal hab ich mir einen Jungen, der mir ewig auf den ... Rock und das darunter gesehen hat -- nein, nicht das, was du wieder meinst: meine Knie -- den hab ich mir vorgeknöpft und ihm so etwa gesagt: ,Steck deine Nase lieber ins Buch, und ansonsten empfehl ich dir den Quelle-Katalog -- den hat deine Mama doch sicher -- und da die Seiten mit den Badeanzügen.` Der Junge war so verdutzt, daß er ganz rot wurde, sich artig entschuldigte und in der zweiten der Doppelstunde eifrig mitmachte. Überhaupt war der Junge eigentlich ein guter Schüler." "Wollen wir noch einen Nachtisch bestellen, oder sollen wir nach Hause gehen?", brach Peter diesen Teil des Gespräches ab. "Ehrlich gesagt, fühl ich mich recht voll --" "Voll des Verlangens --" "Du wieder mit deinen altdeutschen Genetiven! Nein, nach dem guten Essen --" "Du hast ja recht. Gehen wir! Ich hab zu Hause eine Schale voll frischen Obstes --"; ich wartete auf eine Bemerkung Peters, aber es kam nichts; "die hast du ja gesehen, und das Obst ist auch gesünder als noch Crêpes oder Tiramisù!" Peter bat den Kellner um die Rechnung, und diese fiel niedriger aus, als wir es erwartet hatten. Peter bat den Kellner, noch einmal nachzurechnen, "nicht, um Sie zu korrigieren, sondern ich glaube, Sie haben sich verrechnet, und zwar zu Ihren Ungunsten." Und so war es. Der Kellner hatte sich beim Addieren um zehn Mark verrechnet und war so erfreut über diesen ehrlichen Gast, daß er kategorisch jedes Trinkgeld ablehnte und Peter sogar die letzten fünfzig Pfennige erließ. Unsere gelöste und heitere Stimmung ...