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Versaute Zugbekanntschaft
Datum: 26.05.2017, Kategorien: Hardcore,
Der Beginn meiner wohlverdienten Urlaubsreise ließ praktisch jede Hoffnung auf einen entspannten Wochenendtrip dahinsiechen. Nur der beherzte Wurf meiner Reisetasche bewahrte mich davor, den Zug zu verpassen. Die Tasche flog auf die Einstiegstreppe des Zuges und hinderte die Zugtüren daran zuzugehen und den Zug abfahren zu lassen. Noch etwas außer Atem nahm ich meine Reisetasche in die Hand und machte mich auf die Suche nach meinem Platz, den ich eine Nacht zuvor noch schnell reserviert hatte. Der Trip war eine spontane Entscheidung; vielleicht hätte ich mir ein paar Tage mehr Zeit lassen sollen, dann hätte ich mir ein wenig Stress erspart. Ich hatte jedoch das Gefühl, ganz schnell das Weite suchen zu müssen. Ich war Opfer einer Schreibblockade geworden. Irgendwie schaffte ich es nicht mehr, sinnvolle Texte aufs Papier zu bringen. Nachdem mein Verlag mich unter Druck setzte und mein Chef möglichst bald eine fertige Kurzgeschichte für die nächste Ausgabe seines Magazins auf seinem Schreibtisch liegen haben wollte, kam natürlich überhaupt nichts Produktives aus mir herausgeflossen. Ich brauchte einen Ortswechsel, an dem ich in Ruhe schreiben konnte. Mein Platz befand sich ziemlich weit vorne im Zug. Da ich im hinteren Zugteil eingestiegen bin, brauchte ich einige Zeit, um bis zu meinem Platz zu gelangen. Ich nahm neben einem gutaussehenden jungen Mann Platz, der mich mit einem Lächeln und einem freundlichen › Hallo ‹ begrüßte. Er war ungefähr in meinem Alter. Ich grüßte ... zurück und schob meine Tasche zwischen meinen Beinen durch unter den Sitz. Der Rock, den ich an dem Tag trug, rutschte mir dabei ein wenig das Bein hoch. Aus den Augenwinkeln konnte ich beobachten, wie mein Sitznachbar nicht die Augen von meinen langen Beinen abwenden konnte. Ein wenig schmunzelnd kramte ich ein Buch aus meiner Handtasche und schlug die Seite auf, auf der ich aufgehört hatte zu lesen. Neugierig betrachtete der Mann neben mir das Cover. „Darf ich fragen, was Sie das lesen?“, fragte er mich. ‚Ein mutiger Kerl‘, dachte ich mir. Nicht jeder traut sich, eine fremde Person im Zug anzusprechen. „Ich lese nur eine Romanze, der Name wird Ihnen wahrscheinlich nichts sagen. Ich schreibe selber romantische Kurzgeschichten für einen kleinen Verlag und möchte mich ein wenig für meine neue Kurzgeschichte inspirieren lassen. Allerdings schreibe ich eher im Erotikbereich.“ Ich wusste, dass viele Menschen unsicher reagieren, wenn ich von meiner Arbeit spreche. Ich fand den Kerl jedoch sympathisch und wollte einfach mal testen, wie er so reagiert. „Ehrlich?“ Er rutschte etwas nervös auf seinem Sitz hin und her, unsicher, was er dazu sagen sollte. „Ja“, sagte ich mit einem Grinsen. „Sie haben hoffentlich kein Problem damit oder?“ „Natürlich nicht! Wie sollte ich auch? Ihre Offenheit hat mich nur etwas überrascht. Schreiben Sie gerade an einer Geschichte?“ „Ich schreibe gerade an überhaupt nichts. Das ist ja der Grund, warum ich heute verreisen will. Ein bisschen weg vom Alltag und ...