-
Samira Teil 12 bis Ende
Datum: 18.05.2017, Kategorien: Hardcore,
Der Weg, den ich am nächsten Tag nahm, wurde mir zur lieb gewordenen Gewohnheit. Asifa saß an ihrem Tisch unter der Eibe und schlürfte einen Tee, während sie eine Zeitung las. Dabei wirkte es seltsam auf mich, denn ich konnte mir bei ihr nicht vorstellen, dass sie sich für aktuelle Themen interessierte. Sicher, ich kannte sie erst ein paar Tage, aber mein Gefühl sagte mir, dass sie kein Mensch war, die im Hier und Jetzt lebte. Dafür lebte sie zu abgeschieden. Ich war noch nicht bei ihr angekommen, als sie die Zeitung sinken ließ und mich anlächelte. „Guten Tag junger Mann. Schön dich zu sehen!“, kam mir entgegen und ich antwortete ihr: „Hallo schöne Frau, wie geht es dir heute?“ Dabei war die Frage etwas seltsam, denn ich hatte bei Asifa noch nicht gesehen, dass es ihr schlecht ging. „Gut geschmeichelt. Sei vorsichtig mit diesen Komplimenten, sonst glaubt diese alte Frau es dir noch und kommt in einen neuen Frühling!“ „Und was wäre daran schlimm? Mitnehmen, was man bekommen kann. Wenn man sich gut fühlt, dann soll man es ausnutzen!“ „Da hast du recht. Es ist für mich sehr erfrischend, in deiner Gegenwart. Da lebe ich richtig auf. Dafür müsste ich dankbar sein, dankbarer als ich es bis jetzt gewesen bin. Wenn du also etwas von mir möchtest, dann sag es!“ Ich sah Asifa an und konnte mir ein breites Grinsen nicht verkneifen, als sie mich schelmisch ansah. Sie wirkte dabei jung und verschmitzt auf mich. Eine fröhliche Geste, die sie ebenfalls heiter stimmte. Auch ihre ... Mundwinkel zogen sich nach oben und sie griff nach ihrer Teetasse. „Ach, bevor ich es vergesse. Möchtest du auch einen Tee?“ Ich nickte und sie goss mir ebenfalls einen ein, dabei beugte sie sich weit über den Tisch, weit genug, dass ich ihr tief in den Ausschnitt schauen konnte. Ob sie es bewusst machte, konnte ich nicht sagen, aber es war ein erfreulicher Anblick. Danach griff ich nach meiner Tasse und nahm vorsichtig einen Schluck daraus, denn er dampfte noch stark und ich ging davon aus, dass er noch sehr heiß war. Das war er auch, und ich nahm nur einen kleinen Schluck, wenig später einen Zweiten. Er hatte einen ungewöhnlichen Geschmack, den ich nicht definieren konnte. Vordergründig war er ein schwarzer Tee, hatte aber einen leicht bitteren Hintergrund. Asifa sah mir dabei zu und ihr Lächeln wurde noch breiter als zuvor. Dabei wollte mir nicht einfallen, warum es lustig sein sollte, wenn ich Tee trank. Ich sah sie verständnislos an und meinte nebenbei: „Was ist heute lustig an mir?“ „Nichts an dir selber. Es freut mich nur, dass du den Tee trinkst!“ Ich wusst nicht, was sie damit meinte und sah einmal in die Tasse, konnte jedoch nichts Besonderes daran entdecken. Nur einige wenige Blattteile waren auf den Grund abgesunken, wie man es kannte, wenn man keine Teebeutel benutzte. „Was soll mit dem Tee sein? Er schmeckt gut, etwas bitter, genau richtig für dieses Wetter!“ Ich stellte die Tasse zurück und sah Asifa erneut neugierig an. Ein hintergründiger Gedanke keimte in mir auf. ...