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Eine Pflanze mit Pfiff
Datum: 19.02.2017, Kategorien: Sonstige,
Immerhin hatten wir bei den vergangenen Experimenten gemerkt, dass es sehr an die Substanz ging und man mindestens einen Tag danach zum Ausruhen brauchte. So zumindest beschrieb es Nadja und ich stimmte ihr zu. Wie zuvor verging die Woche nicht schnell genug. Sechs Tage können eine Ewigkeit sein, wenn man darauf wartet, dass sie vorbei gehen. Aber auch diese Durststrecke wurde überwunden und ich war schon einige Stunden vor Nadjas Ankunft nervös. Ja, so muss man es wirklich sagen, denn der Abend konnte alles Mögliche bringen. Das war das Spannende an dieser Sache. Man wusste vorher noch nicht, was später dabei herauskam. Wie hieß das doch so schön: Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel, .......! Ein wirklich guter Spruch, der mit dabei einfiel, nur veränderte ich ihn und ersetzte den Anfang "Das Leben" durch, "Die Pflanze". Bevor Nadia ankam, stand ich einen Moment vor den noch fast frisch aussehenden Blumen und betrachtete sie. Dann begann ich sogar, mit ihnen zu sprechen. "Na ihr Hübschen, was haltet ihr noch für Überraschungen, für uns bereit? Ich hoffe doch, nur Gutes!" Dann schellte es an der Tür und ich ging, um Nadja zu öffnen. Womit ich nicht gerechnet hatte, war, wie sie jetzt aussah. Sie stand grinsend im Türrahmen und ließ sich von mir betrachten. Sie hatte tatsächlich einen Jogginganzug an und trug dazu die passenden Treter. So hatte ich sie noch nie gesehen und sah sie fragend an. "Bequemer und pflegeleichter. Man weiß ja nie was passiert. Ich will mir ... meine anderen Klamotten nicht versauen. Vielleich kommen wir ja auf die Idee uns gegenseitig anzumahlen und was dann?" Dann lachte sie und schwebte fast an mir vorbei, wobei mir ihr typisches Parfüm in die Nase wehte, welches sie immer trug. Ich zuckte nur einmal mit der Schulter und schloss die Tür. Dann ging sie ins Wohnzimmer und ich meinte nur, dass ich gleich nachkommen würde. Wenn sie das für angebracht hielt, wollte ich ihrem Outfit nicht nachstehen. Also ging ich ins Schlafzimmer und zog mir ebenfalls bequeme Trainingsklamotten an. Erst dann betrat ich das Wohnzimmer. "Chic!", meinte sie nur und sah mich lächelnd an. "Dito!", kam von mir zurück und wir mussten beide über beide Ohren grinsen. Der Abend begann wie immer mit dem, was wir in den letzten Tagen so gemacht hatten. Es war nicht viel, denn unser Alltag sah es nicht vor, viel Neues zu erleben. Es kamen nur die normalen Geschichten über geistig unterbelichtete Kollegen auf den Tisch und wir zerrissen uns das Maul über Leute, die wir beide kannten. Ansonsten kamen noch die Geschehnisse aus Politik und Unterhaltung auf den Tisch. Selbst über diese Dinge konnten wir uns stundenlang unterhalten, ließen es aber sein, denn wir hatten ja etwas anders vor. Wenig später standen wir vor den Blumen und überlegten, welchen Teil wir ausprobieren wollten. Wir entschieden uns für die gelben Staubgefäße, die um den roten Stempel herum standen. Sie sahen unschuldig aus aber gerade das zog uns an. Ich holte also eine Nagelschere, ...