1. Kommen und gehen


    Datum: 07.02.2017, Kategorien: Schwule Männer,

    fragte mich auf einmal jemand, den ich nicht kannte. „Selbstverständlich, ist ja ein freies Land. Setzen Sie sich ruhig hin,“ erwiderte ich. Der Fremde setzte sich neben mir auf den freien Barhocker. Der Barkeeper kam und fragte was er trinken möchte. „Geben Sie mir bitte das gleiche, was der Herr neben mir hat. Und dann das ganze zwei mal. Eins für mich und eins für meinen unbekannten Nachbarn,“ sagte er zum Keeper gewandt. Ich war leicht irritiert, denn ich wußte nicht, was das noch werden sollte. Der Keeper brachte uns unsere Getränke und der Unbekannte zahlte gleich. „Danke,“ sagte ich und ergriff das neue Glas. Er nahm seins auch, hob es in meine Richtung und sagte, „Prost, auf einen schönen Abend.“ Ich sah ihn an, und zum ersten mal sah ich in diese dunkel Blauen Augen. Es war für mich, als ob ich das blaue Meer sehen würde. Ich liebe das Meer. Und ich liebte auf der Stelle diese Augen. „Sollen wir nicht anstoßen?“ hörte ich wie aus der ferne seine Stimme. Nur mühsam kam ich wieder zu mir. „Ja, selbstverständlich. Entschuldigung, ich war nur leicht abwesend,“ erwiderte ich. „Hab ich bemerkt,“ sagte er. Wir stießen unsere Gläser zusammen und prosteten uns zu. Nachdem wir die Gläser wieder auf die Bar gestellt hatten, fragte er mich, „Sie sind zum ersten mal hier? Ich habe sie hier noch nicht gesehen.“ „Ja, das erste mal. Man hat mir erzählt es wäre hier ganz nett. Vor allem nicht so ein Trubel, wie wo anders,“ erwiderte ich ihm. „Ich bin öffters mal hier. Man trifft hier ...
    immer nette Leute. Vor allem in meinem Alter,“ gab er zu. Ich sah ihn an. So alt war er doch gar nicht. Ich schätzte ihn auf mitte Dreißig. Da ich schon stark auf die Vierzig zu ging, sagte ich zu ihm, „NA, so alt sind sie doch gar nicht.“ „Oh Danke, nächstes Jahr werde ich vierzig.“ Ich sah ihn mir jetzt genauer an. Er war etwas kleiner als ich, ca 1,75m. Nicht ganz so sportlicher Typ, leichter Bauchansatz, kurze dunkel Blond Haare und einen Ziegenbart. Alle Eigenschaften, auf die ich sonst nicht so stehen, aber irgend etwas hatte er ansich. Er strahlte so eine unglaubliche Ruhe aus. Ich fühlte mich neben ihm wohl. Sonst bin ich eher der zurückhaltende Typ, aber bei ihm schien ich auf zu tauen. Ich ergriff mein Glas erneut und hielt es ihm entgegen und sagte, „Ich heiße Andreas und gehe ebenfalls auf die vierzig zu.“ Er sah mich an, grinste und nahm sein Glas, stieß es an meines und sagte „Ich bin Harald. Schön dich kennen zu lernen.“ Wir tranken beide. „Ganz alleine hier?“ fragte er mich. „Ja, bin wieder einmal Single.“ „Oh, das tut mir leid. Bin ich allerdings auch. Wieder einmal. Es hält keiner lange bei mir aus. Bin wohl ein schwieriger Typ oder so etwas,“ erzählte er mir. „Ja, ich wohl auch. Bin eher häuslich. Das ich heute Abend hier bin, ist reiner Zufall. Irgend etwas hat mich in die große Welt getrieben,“ erklärte ich. „Wer weiß wozu das gut war,“ sagte er und lächelte mich an, „Nichts auf dieser Welt passiert ohne Grund,“ sagte er weiter. Er gefiel mir. Ja, er war ...
«1234...9»