1. Ich Wünschte...


    Datum: 31.01.2017, Kategorien: BDSM,

    gequatscht? Ich hab doch Stimmen gehört." „Wirst du gleich sehen, geht dich nichts an! Los, komm wir gehen, ich will den Prosecco jetzt!" Dann verschwanden die Stimmen und wurden von der lauten Musik aus dem Partykeller verschluckt, und ich stand wieder allein in meinem Verlies. Ich hob die Papiertüte auf und entfaltete sie. Liz hatte drei Löcher hineingeschnitten, zwei für die Augen, einen für den Mund. Darüber hatte sie mit einem schwarzen Edding das Wort „Sklavin" geschrieben, Ich drehte die Tüte in meinen Händen. Sie war wirklich wahnsinnig geworden, wenn sie glaubte, dass ich mich auf dieses Spiel einlassen würde, dass ich mich vor ihren Freunden zeigen lassen würde nur mit dieser Papiertüte über dem Kopf, ansonsten vollkommen nackt und schutzlos einer Meute betrunkener Jugendlicher ausgeliefert. Sie würden die Tüte nicht akzeptieren, einer nur müsste sie mir vom Kopf ziehen, dann wäre ich aufgeflogen und mein Leben vorbei. Und selbst wenn sie das nicht taten, viele dieser Jugendlichen sah ich fast jeden Tag in der Schule, einige unterrichtete ich selbst. Man konnte einen Menschen, einen nackten Menschen nicht nur anhand seines Gesichts identifizieren. Ich sah auf meine linke Hand. Dort prangten die drei Muttermale gut sichtbar. Hans, mein Ex-Freund, hatte mich damit immer aufgezogen. Er fand, dass die drei Muttermale angeordnet waren wie die drei schwarzen Punkte auf einer Blinden-Manschette. Wenn ich mal irgendetwas verlegt hatte, zeigte er stets auf meine Hand und ...
    meinte spöttisch so etwas wie: „Meine kleine Blinde hat wieder was verloren!" Meist hatte ich es ihm nicht übel genommen, einmal war ich jedoch ausgerastet und hatte eine riesige Szene gemacht. Ich erinnerte mich noch gut, es war in einem Restaurant gewesen, ich hatte mein Handy verlegt und die anderen Gäste sahen irritiert zu unserem Tisch herüber und mussten mich für vollkommen durchgedreht halten. Ich war mir sicher, dass auch Schülern schon diese Male aufgefallen waren. Die Tränen überwältigten mich wieder, und wieder heulte ich mir die Seele aus dem Leib. Wenn Liz mich so sah, sie konnte nicht allen Ernstes ihren Plan fortsetzen. Wenn sie nur einen Funken Verstand und Herz und Mitleid besaß würde sie von ihrem verachtungswürdigen Plan Abstand nehmen, sie würde einsehen, dass sie zu weit gegangen war. Aber ich konnte mir dessen nicht sicher sein, ich hatte kein Vertrauen mehr. Es war alles zerstört, komplett und vollkommen. Ich ging zur Tür, horchte. Alle Stimmen schienen aus dem Partykeller zu kommen. Alle schienen ausgelassen zu sein. Konnte ich auf eine unbemerkte Flucht hoffen? Ich öffnete die Tür einen Spalt. Mehr Schall und Lautstärke drangen nun an mein Ohr. Konnte ich es wagen? Es waren fünf Meter bis zur Treppe, zehn Meter von da zum Wohnzimmer und der Couch, hinter der meine Kleider waren, hinter der ich mich zur Not auch verstecken könnte. Fünf Meter von da zur Eingangstür, Zweihundert Meter von da zu meinem Auto. Meine Wohnung war vielleicht drei Kilometer ...