1. Nur Dich und mein Examen


    Datum: 28.10.2016, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    Fühlt sich angenehm an". Wir lachten beide betreten. Wobei: ich lachte betreten. Aus ihrem Gesicht wurde ich nicht ganz schlau. Betreten vielleicht, aber warum? Weil es ihr nicht vorher aufgefallen war, wo ich meine Hand hatte? Oder weil es sich gut anfühlte? Oder ... war das überhaupt eine betretene Miene? Oder eher zufrieden? Ach was, schalte ich mich, Du beginnst Gespenster zu sehen. Das Gespräch kam langsam wieder in Gang und wir verbrachten einen schönen Abend miteinander. Nachdem wir bezahlt hatten fragte ich sie: „Wo bleibst Du eigentlich heute nacht? Hast Du irgendetwas...?" „Ich kann mir ein Hotelzimmer nehmen .... ," aus der Art wie sie es sagte war klar, dass sie noch keines hatte, „ und das Haus scheint ja auch recht leer zu sein." „Ein Bett ist kein Problem, frische Bettwäsche könnte unter Umständen eines werden." Das sei kein Problem, meinte Alexandra grosszügig und wir spazierten untergehakt zu meinem Domizil zurück. In jedem Film kommt die Szene, wo er sie am Ende des Abends zur Haustür bringt und an der Türe feurige Liebesschwüre ausgetauscht werden. Wir wollten ja beide ins Haus hinein, aber als ich den Schlüssel zog und begann im Dunkeln, nach dem Schlüsselloch zu suchen hörte ich sie schlucken und sagen: „Robert?" „Ja?" ich drehte mich zu ihr um. Ihr Gesicht sah im Mondlicht bezaubernd aus. „Du kennst Dich mit Geographie aus", sagte sie zögernd und schaute zu mir auf. Ich nickte, verwundert über die Wendung. Wo sollte das hinführen? „Ich hätte viel ...
    schneller durch Vorarlberg und über den Reschenpass zum Start meiner Hochtour kommen können." „Uhum" bejahte ich, unsicher, was das werden sollte. Sie trat näher an mich heran. „Ich bin deinetwegen hier." Das konnte alles heissen. Obwohl mir ihre Reiseroute seltsam vorgekommen war heute Mittag, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich sagte nur unbestimmt, leicht fragend: „Ah?" „Warum haben wir uns eigentlich getrennt?", sie hatte jetzt ihre schlanken Hände unter meine Ellbogen gelegt. Ich schüttelte verwirrt den Kopf: „Na hör mal. Das fragts Du mich? Du bist kurz nach Weihnachten gekommen und hast gesagt, Du wollest nicht mehr ... und irgendwie waren wir kurz darauf auseinander. Aber warum...." mehr wusste ich nicht, mehr gab es nicht zu sagen und meine Stimme verebbte. Sie senkte den Kopf, nickte, sah dann wieder zu mir auf: „Ich habe in den letzten zwei Jahren oft überlegt warum ich es damals gesagt habe, aber irgendwie .... es gab keine Grund. Bis jetzt nicht. Ich war einfach nur dumm." Wir standen einander im Mondlicht gegenüber, sie hielt mich sanft an beiden Ellbogen und sah zu mir auf, ein wunderhübsches Gesicht, nachtblaue Schatten, ihre schwarze Mähne, mondhelle Haut. „Ich will Dich wiederhaben" sagte sie leise. Es traf mich wie ein Faustschlag in den Magen. Sie wollte mich wiederhaben ... diese Traumfrau .... ich wusste nicht was ich sagen sollte, konnte nichts sagen, starrte sie nur an. Sie sah mich erwartungsvoll an, ihre Augen blitzten im Mondlicht, aber ich konnte nichts ...
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