1. Liebe, Tod und Neuanfang Kapitel 11 und 12


    Datum: 10.01.2018, Kategorien: Hardcore,

    Steinmetzen hineingearbeitet worden waren. Dazu kamen diverse andere Applikationen. Besonders auf den uralten Steinen waren diverse Schädel zu erkennen. Allerdings musste man bei vielen genauer hinsehen. Der Zahn der Zeit hatte sich in den Sandstein gegraben und vieles verblassen lassen. Doch manche Grabstelle war auch mit Skulpturen aus Stein oder Bronze verschönert worden. Wenn man sich diese Skulpturen genauer ansah, stellte man fest, dass sie eigentlich nicht auf den Friedhof passten. Mehrere waren freizügig. Ob Frauen oder Männer. Viele hatten entweder wenig oder gar nichts an. Zwar verdeckte meisten eine Hand oder etwas Ähnliches die Schamgegend, aber ansonsten war da wenig. Eva und ich gingen langsam durch die Reihen und entdeckten immer mehr solcher Figuren oder Andeutungen. So manches Mal sahen wir uns schmunzelnd an und konnten diese Freizügigkeit nicht fassen. Immerhin waren viele Steine aus dem achtzehnten bis neunzehnten Jahrhundert, die nicht gerade zu den Jahrhunderten der freien Liebe erklärt wurden. So war es halt. Zuhause scheinheilig tun und dann, wenn es mit einem zu Ende gegangen war, wurde auf die Sahne gehauen. Eine seltsame Zeit musste das gewesen sein. Schade war, dass man die Inschriften auf den ältesten Steinen nicht lesen konnte. Ich hatte nie Latein in der Schule gehabt und von daher blieb mir der Text verschlossen. Sicher war nur, dass wesentlich mehr darauf stand, als auf den Steinen zu späteren Zeiten. Irgendwann würde ich mir jemanden suchen, ...
    der die Sprache beherrschte. Interessant würde es auf alle Fälle werden. Dann kamen wir an ein Grab, wo Eva und ich uns erst recht schmunzelnd ansahen. Die beiden Figuren auf dem Grabstein hielten nicht nur Händchen. Dafür waren sie zu sehr miteinander verknotet. Was der Künstler einem damit sagen wollte, oder der Eigentümer der Grabstelle, kann ich nicht sagen, aber er muss zeitlebens ein fröhlicher Mensch gewesen sein. Anders konnte ich es mir nicht vorstellen. Dann gingen Eva und ich weiter und kamen an eine Stelle, an der große Familiengräber angelegt worden waren mit zum Teil tonnenschweren Grabplatten. Sehr beeindruckend, auch wenn mir die Namen darauf nichts sagten. Zum Schluss kamen noch drei regelrechte Grüfte, also kleine Häuschen, die mit schweren Türen versehen waren. Wie es darin aussah, konnten wir nur vermuten. Hier endete unsere Exkursion über den Friedhof und wir verließen ihn auf der entgegengesetzten Seite, von der wir gekommen waren. Jetzt machten wir noch einen langen Spaziergang, um den Totenacker herum. Eva fühlte sich nach dem langen Gang klebrig und verschwand im Bad, um zu duschen. Ich setzte mich ins Sofa und schaltete den Fernseher an. Es gab nichts Besonderes, aber das war mir in dem Moment egal. Ich hing meinen Gedanken nach und konnte mich dabei nicht auf das konzentrieren, was auf dem Bildschirm los war. Allerdings hätte ich nicht sagen können, worüber ich nachdachte. Es herrschte eine vollkommene Leere in meinem Gehirn und ich fühlte mich im ...
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