1. Liebe, Tod und Neuanfang


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    unterbrach ihr geschnibbel und gezupfe und sah mich seltsam an. Doch ich wusste wenige Sekunden später, warum sie so schaute. "Eva, ich heiße Eva, ebenfalls wie aus der Bibel!" Dabei meinte ich ein leichtes, fast nicht zu erkennendes Lächeln auf ihren Lippen zu bemerken. Vielleicht wollte ich es sehen. Damit war unsere Konversation für diesen Tag beendet. Immerhin wusste ich jetzt, wie sie hieß und ich ließ es mir auf der Zunge zergehen. Adam und Eva, ein seltener Zufall. Es gab nicht viele Frauen die Eva hießen, zumindest kannte ich nur noch eine andere, doch die war eher die Schlange auf dem Baum gewesen und ich hätte freiwillig in den Apfel gebissen, um von ihr weg zu kommen. Doch das war eine vergangene Sache und berührte mich nur noch als Fußnote in meinem Leben. Zwei Wochen später sah der Himmel seltsam aus. Die Luft war drückend und ich befürchtete, dass es nass werden könnte. Also nahm ich meinen Schirm mit, denn es gab die große Lebensweisheit, hatte man einen mit, regnete es nicht. Als ich auf dem Friedhof angekommen war, ballten sich die Wolken noch dichter zusammen und ich meinte es, im Hintergrund grummeln zu hören. Aber das stört mich nicht. Ich mochte Gewitter, auch wenn ich sie lieber Zuhause erlebte. Zwei Minuten früher als sonst kam Eva, was wahrscheinlich daran lag, dass sie schneller ging als sonst. Sie sah ebenfalls nach oben zu den Wolken, die sich vor die Sonne geschoben hatten und gerade dabei waren, sich über unsere Köpfe zu schieben. Es konnte ...
    nicht anders kommen. Ich hatte zwar meinen Schirm mit, sie ihren nicht. Oder anders gesagt, sie war daran schuld, dass in dem Augenblick als sie bei mir ankam, die ersten dicken Tropfen vom Himmel fielen. Dazu zuckte ein erster erkennbarer Blitz durch die Wolken und es knallte kräftig. Eva zuckte zusammen und sah mehr als besorgt zum Himmel hoch. Man konnte ihr ansehen, dass es ihr nicht gefiel, was nicht nur am Regen lag. Ich will es nicht als Panik auslegen, doch das Gewitter machte ihr zumindest Angst. Da sie schnell gelaufen war, atmete sie dementsprechend schnell, als sie bei mir ankam. "Hallo!", sagte ich und machte meinen großen Schirm auf. "Ich glaube, es ist nicht schlecht, wenn ich noch hierbleibe und dich vor dem Regen schütze. Ohne Schirm wirst du bald klatschnass sein!" Sie nickte, wie es ihre Art war. Man konnte jedoch sehen, dass sie darüber erfreut war. Also stellte ich mich direkt neben sie und hielt meinen Schirm über sie, während sie sich hinhockte und den Rasen schnitt. Es war auch gut so, denn der Regen wurde dichter und hätte sie im Nu durchnässt. Jetzt konnte sie ihre Arbeit verrichten, ohne etwas davon abzubekommen. Zu allem Übel kam jetzt auch noch Wind auf. Er ließ den Regen nicht nur senkrecht fallen, sondern kam jetzt auch von der Seite. Da der Schirm sehr weit von der hockenden Eva weg war, begann sie trotzdem nass zu werden. Um dem entgegen zu wirken, ging ich ebenfalls in die Hocke und ließ den Schirm so weit herunter, dass er meine Haare berührte. ...
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