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Liebe, Tod und Neuanfang
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
auf dem Fahrrad oder mit Kinderwagen und anderen Transportmöglichkeiten. Irgendwann kam eine kleine Schar Kleinkinder den Weg entlang, gefolgt von deren Müttern, die ein wachsames Auge auf alles hatten, was ihre Sprösslinge machten. Sie mussten wirklich darauf aufpassen, dass keine verloren ging, denn einer riss immer aus oder machte dumme Dinge. Es war sehr interessant ihnen zuzuschauen. Besonders Eva sah ihnen mit großen Augen zu, während ein Lächeln ihre Lippen umspielte. Dieses Lächeln war aber nicht frei wie sonst, sah eher gequält aus. Vielleicht regten sich in ihr ihre Mutterinstinkte, die sie in ihrem Leben hatte nie ausleben dürfen. Ich wusste es nicht, kannte mich mit ihrer Gefühlswelt, was das betraf, nicht aus. Zu alt war sie dafür noch nicht. Dann war die Gruppe vorbei und es wurde ruhig um uns herum. Weitere Menschen ließen sich im Moment nicht sehen und hören. Wir beide saßen da und ließen uns die Sonne auf unsere Gesichter brennen. Es war angenehm, denn die Temperaturen waren zum Glück nicht zu hoch. "Das Bild, das eine in der Mitte, was bedeutet es für dich!", fragte ich Eva aus dem Bauch heraus. "Hmmm. Ich habe dir erzählt, dass das Bild von jemandem ist, den ich persönlich kenne", antwortete Eva. "Ich kenne ihn schon ewig, um nicht zu sagen, aus der Sandkiste. Wir haben als Kinder miteinander gespielt, und wenn es nicht anders gekommen wäre, dann wären wir vielleicht heute verheiratet. Aber es hat nicht sein sollen!" Ich verstand Eva nur zu gut, immerhin ... hatte ich mit Silvia die gleiche Erfahrung gemacht. Nur hatten wir uns am Ende bekommen. Bei Eva schien das anders zu sein. "Er hieß Klaus und wir waren zusammen in der gleichen Klasse. Doch als wir in der sechsten Klasse waren, sind seine Eltern umgezogen und er mit. Jahrelang haben wir uns noch geschrieben, haben virtuelle Schlösser für uns gebaut und uns andere Welten ausgedacht, in denen wir zusammengelebt hätten. Es hat nicht sein sollen. Irgendwann hat er mir das Bild geschickt, um mir zu zeigen, dass er inzwischen zu einem Mann geworden war. Das hat aber an allem nichts geändert. Er war nicht mehr in Deutschland und hatte wenig später eine Frau kennengelernt, die er geheiratet hat. Trotzdem schreiben wir noch miteinander. Ich hoffe, du hast nichts dagegen?" "Warum sollte ich etwas dagegen haben?", fragte ich im Gegenzug. "Man sollte seine Wurzeln nicht vernachlässigen. Ich kenne das selber!" Eva sah mich von der Seite aus an. "Gerade du solltest aber auch eines verstehen. Wir waren so lange zusammen und wir haben über vieles gesprochen und geschrieben, was zwei heranwachsende Menschen so schreiben. Man hätte uns damals zusammen nicht alleine lassen sollen. Wir hatten uns geschworen, dass wir beide das erste Mal miteinander erleben wollten. Aber wir haben es nicht mehr geschafft, hatten keine Möglichkeit mehr dazu." Dann holte Eva tief Luft. "Nun geistert bei uns beiden immer noch diese Vorstellung im Kopf herum. Auch das wirst du verstehen, besonders du! Ich kann dir ...