1. Liebe, Tod und Neuanfang


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    Wieder konnte ich ihr Bäuchlein sehen, das sich überfüllt nach vorne wölbte. "Steht mir das eigentlich?", fragte sie mich und sah an sich selber hinab, während eine Hand über die Kugel rieb. "Wieso fragst du? Geht doch wieder weg!", war meine Gegenfrage. Sie ließ ihr T-Shirt wieder herunter und sah mich jetzt direkt an. "Stell dir vor, wir würden uns dazu entschließen ein Kind haben zu wollen. Dann würde mein Bauch auch so aussehen und noch dicker werden. Ich habe mich gefragt, ob es dir gefallen würde!" Mit dieser Frage hatte sie mich geradezu überrollt. Ich sah sie an, als wenn ich nicht gewusst hätte, was sie gerade gesagt hätte und tatsächlich sickerten ihre Worte nur langsam in mein Gehirn hinein. Eva hatte keine Kinder, genauso wie ich, aber dazu war sie auf alle Fälle noch fähig. Nur war mir diese Frage bis jetzt nicht in den Sinn gekommen, hatte über diese Möglichkeit nicht nachgedacht. Jetzt war Diplomatie gefragt. Ich musste mir meinen nächsten Satz genau überlegen, denn ich bewegte mich mit jeder Aussage auf dünnem Eis, denn ich wusste nicht, wie sie selber zu der Sache stand. Also kam mir nur in den Sinn, eine Gegenfrage zu stellen. "Wünscht du dir denn ein Kind?", frage ich sie und schob den Schwarzen Peter in ihre Richtung. "Ich weiß nicht. Aber ich könnte es mir mit dir vorstellen!", kam zögerlich von ihr. Dabei sah sie mich an und zugleich auch nicht. Sie schaute durch mich hindurch, ohne mich zu erkennen. Dann hob sie noch einmal ihr T-Shirt an und rieb ...
    sich über den Bauch. Ihr Blick klärte sich auf und sie war wieder in der Realität angekommen. Sie lachte befreit auf und sage zwischendurch: "Dazu müssen wir aber erst einmal miteinander schlafen. Ich habe gehört, dass es mit Küssen nicht funktioniert!" Dann ließ sie sich auf das Sofa plumpsen und lachte noch weiter. Dies war so anstreckend und zugleich befreiend, dass ich mitlachte. Wahrscheinlich hatte uns das Thema beide verschreckt. Aber es würde sicher noch einmal zur Sprache gebracht werden. Dafür nahm ich mir vor, darüber nachzudenken, um eine dementsprechende Antwort, zumindest für mich, zu haben. "Lass uns noch einen Verdauungsspaziergang machen!", sagte Eva auf einmal und es war eine gute Idee. Dann sackte das Essen nach unten, wie man so schön sagte. Das würde uns beiden gut tun. Also standen wir auf und verließen das Haus. Zwei Stunden später waren wir zurück und es ging uns besser, zumindest glaubten wir das. Es war sogar so, dass wir beide noch ein kleines Stückchen von der kalt gewordenen Pizza aßen. Es grenzte an Völlerei, was wir taten. Kaum hatten wir diese Glanzleistung hinter uns gebracht, ließ sich Eva wieder ins Sofa sinken und meinte: "Ich kann nicht mehr. Wie kann man nur so verfressen sein. Als wenn es kein Morgen mehr geben würde. Das ist ja schon pervers!" "Hmmmm", ließ ich von mir hören. "Da stellt sich die Frage, was pervers ist!" "Gute Frage!", antwortete Eva. "Ich kann mir da keinen Reim drauf machen. Ich denke alles ist pervers, wenn man etwas ...
«12...104105106...131»