1. Liebe, Tod und Neuanfang


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    darf ich die hinhängen?", fragte sie mich und sah neugierig in den Raum. Ich drehte mich noch in Gedanken versunken zu ihr um und brauchte einen Moment, bis ihre Frage bis zu mir durchgedrungen war. "Hänge sie auf, wo du möchtest. Nur bitte nichts ins Wohnzimmer oder in den Flur. Ansonsten ist mir das egal. Wenn du willst, ins Schlafzimmer!" Eva ging wieder und wenig später hörte ich sie Nägel in eine Wand schlagen. Sie hatte tatsächlich das Werkzeug gefunden und machte es selber. Ich zog meine Augenbrauen vor Anerkennung nach oben. Wenig später war sie damit fertig und ich ging zu ihr, um mir das Werk anzuschauen. Sie hatte die freie Wand auf ihrer Seite dazu auserkoren, um die Bilder dort aufzuhängen. Da sie nicht nebeneinander gepasst hatten, hatte sie diese in einer Art Quadrat zusammengehängt. Oben zwei, unten zwei und in der Mitte das Fünfte. Sie stand da und betrachtete ihr Werk, während ich lautlos hinter ihr ins Schlafzimmer kam. Sie schrak zusammen, als ich mich erst bemerkbar machte, als ich nur noch einen halben Meter hinter ihr stand. "Na, wie findest du es?", war ihre Frage, als sie sich von ihrem Schrecken erholt hatte. "Die Idee war gut sie so zu hängen, aber die Ausführung war nicht toll. Sie hängen unterschiedlich hoch und schief. Wenn du möchtest, können wir es zusammen korrigieren!" Eva nickte und ich ging Wasserwaage und Gliedermaßstab holen. Dann waren wir noch eine halbe Stunde damit beschäftigt, alles korrekt aufzuhängen, wobei Eva zugab, dass es ...
    besser aussah. Noch fünf Minuten standen wir zusammen davor und erst danach löste sich Eva von dem Anblick. Daraufhin ging sie in den Raum mit dem Kleiderschrank und packte ihre Bekleidung vorsichtig aus der Tasche aus. Zum Teil legte sie diese ordentlich auf den Boden, zum Teil in den Schrank, dessen Innenraum für mich kleiner wurde. Zum Glück sollte der neue Schrank in wenigen Tagen kommen. Dieser jetzige Zustand konnte nicht lange gut gehen. Es war Nachmittag geworden und bei uns meldete sich der Hunger. Immerhin hatten wir noch nichts gegessen. Aber anstatt uns selber etwas zu machen, riefen wir beim Pizzaservice an und bestellten uns etwas, was eine dreiviertel Stunde später ankam. Wenig später saßen wir vor zwei riesigen, aufgeklappten Pappkartons und wunderten uns doch, wie groß Familienpizzen waren. Hier waren unsere Augen wesentlich größer gewesen, als unser Hunger. Aber da machte nichts. Pizza bis zum Abwinken war auch was. Wir stopfen uns so voll, wie es ging. Dabei schafften wir mehr als die Hälfte von dem, was vor uns lag und das war eine Leistung, die keiner von uns erwartet hätte. Dann ging wirklich nichts mehr in uns rein. Nicht einmal ein Glas von dem Rotwein, den wir geöffnet hatten, konnte zum Nachspülen eingesetzt werden. Wir ließen uns nach hinten sinken und stöhnten gemeinsam über die dicken Klumpen Pizza, die uns die Mägen weiteten. Doch dann stand Eva auf und stellte sich mit der Seite zu mir hin. Sie hob ihr T-Shirt an, unter dem sie kein Unterhemd trug. ...
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