1. Liebe, Tod und Neuanfang


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    dass es passen würde. Länger hätte er nicht werden dürfen. Er würde sogar das Fenster daran hindern, ganz aufzugehen. Aber da es zumindest halb funktionierte, willigte ich ein. Am Schrank sollte es nicht liegen. Wenig später saßen wir im Auto und fuhren die Möbelhäuser ab. Es wurde ein Marathon, denn irgendwas gefiel Eva immer nicht. Auf die Größe hatten wir uns geeinigt, und größer gab es auch kaum, auch die Farbe, war egal, aber es gab bestimmte Kriterien, die ich zuvor nicht bedacht hatte. Schon die Frage ob Spiegel oder nicht war so gesehen keine Frage. Ohne Spiegel bis zum Boden ging nicht. Das war das kleinste Problem. Auch die Frage, ob normale Türen oder Hängetüren zum schieben, war nicht schwierig. Der Innenraum war das Entscheidende. Mir als Mann war das noch nie aufgefallen, bei mir passte es immer, aber bei Eva nicht. Es mussten viele Fächer vorhanden sein, um alles gut ordnen zu können, bzw. damit nichts Falten bekam. Bügeln war nicht Evas Lieblingsbeschäftigung. Dazu kam, dass kein Schrank das hatte, was eine Frau wie Eva grundsätzlich benötigte. Keiner hatte genug Stauraum für ihre Schuhe. In dieser Frage konnte Eva jedes Klischee bedienen, welches es in der Richtung gab. Ich hatte es in ihrer Wohnung zwar nicht gesehen, aber sie hatte diverse davon. Wobei ich zugeben muss, dass ein schöner Schuh, an einer gut aussehenden Frau, fantastisch aussieht. So kam es, dass ich nach dieser Tour, nicht nur ein stolzer Besitzer eines riesigen Kleiderschranks war, ...
    sondern dazu noch zweit Schuhschränke erworben hatte, die man zum Glück aufeinander stellen konnte. Wo ich diese allerdings lassen würde, war mir ein Rätsel. Somit hatte Eva Platz für einhundert Paar Schuhe und ich hatte den Eindruck, als wenn sie darüber nachdachte, ob sie so viele hatte oder ob noch Platz übrig war, der gefüllt werden musste. Fünf Stunden später waren wir Zuhause und ich war mehr als durch mit dem Thema. Eva hingegen war frisch wie am Anfang und überschüttete mich mit ihren Plänen darüber, wo sie was in die Schränke tun würde. Irgendwann erhob ich mich, schnappte mir das Maßband und ging einen Platz für die Schuhschränke suchen. Es wurde schwierig. Nachdem ich im Raum mit meinem Kleiderschrank festgestellt hatte, dass es nicht funktionierte, begann ich zu rechnen. Ich kam zu dem Schluss, dass wenn ich meinen Schrank abbaute, ihn auf der anderen Seite aufbaute und alles anders hinstellte wie geplant, würde es funktionieren. Leider wusste ich gleichzeitig, dass es für mich Arbeit bedeutete, die ich hasste. Möbel auf und abbauen gehörte nicht gerade zu meinen Lieblingstätigkeiten. Aber was tat man nicht alles für den häuslichen Frieden. Also war der morgige Tag für mich damit ausgefüllt. Anderes hatte ich sowieso nicht vorgehabt, also konnte ich mich vor dem unvermeidlichen nicht drücken. Vielleicht auch gut. Je schneller, umso besser. Während ich noch dastand und vor mich hingrübelte, stand Eva auf einmal mit im Zimmer und hielt eines der Bilder in den Händen. "Wo ...
«12...102103104...131»