1. Carmen: Die Autopanne (1)


    Datum: 10.10.2017, Kategorien: Hardcore,

    Was für ein Scheiß-Tag. Wir haben Hochsommer, das Thermometer zeigt 34 Grad. Statt wie gefühlt die Hälfte der Bevölkerung im Freibad zu liegen, muss ich arbeiten. Klar, ich liebe meine Arbeit als „Gelber Engel“, aber an manchen Tagen könnte ich gut darauf verzichten. Nach knapp 20 Einsätze, von denen der Großteil sich mit überhitzten Kühlern beschäftigt hat, geht der Arbeitstag aber doch dem Ende entgegen. Ich male mir schon aus, wie ich mir den Schweiß unter der kühlen Dusche vom Körper wasche und den Abend auf dem Balkon bei dem einen oder anderen kühlen Bier ausklingen lasse. Eigentlich haben mich Christoph und Tom noch zu einer Grillfeier heute Abend eingeladen, aber irgendwie bin ich viel zu geschafft. Sei es wie es ist, nachdem ich der durchaus freundlichen alten Dame in der prallen Sonne auf dem Aldi-Parkplatz bei ihrem Platten an ihrem 20 Jahre alten Daimler geholfen habe und dabei diverse dankbare Einladungen zu Kaffee und Kuchen ablehnen musste, kann ich mich wohl langsam auf den Heimweg machen. 10 Minuten bis Dienstende, da kommt hoffentlich nichts mehr. Zum Glück hat der Dienstwagen eine Klimaanlage. Ich bin gerade mit der Schreibarbeit zu der Panne der alten Dame fertig und will mich auf den Heimweg machen, da fängt das Handy an zu klingeln. Ich schaue auf’s Display, erkenne aber schon am aufdringlichen Klingelton, dass das nur die Zentrale sein kann. Es ist fast so, als würde sich das dämliche Handy auf meine Kosten über mich amüsieren. Rangehen oder nicht? ...
    Was soll’s, Dienst ist Dienst. „Ja?“ „Hey Mark, tut mir leid - ich weiß, du hast gleich Feierabend. Trotzdem, wir haben noch eine Panne für dich. Das geht bestimmt schnell und ist direkt bei dir um die Ecke!“, flüstert mir Renate, unsere vermaledeite Disponentin, ins Ohr. Wie ich diese Stimme hasse. Naja, es lässt sich eh nicht ändern. Also lasse ich mir die Adresse und die wenigen Details geben und mache mich auf den Weg. Wenigstens mal ein halbwegs aktuelles Auto - ein 2-Jahre alter A3. Die Adresse sagt mir nichts, deswegen muss das Navi helfen. Von wegen, direkt um die Ecke. 20 Kilometer Anreise, und das ganze auch noch in der tiefsten Botanik. Da gibts bestimmt wieder keinen Schatten. Trotzdem. Schnell noch die Kundin anrufen und ihr Bescheid geben: „Ja, Krüger?“ dringt es aus dem Lautsprecher der Freisprechanlage. Eine durchaus angenehme, rauchige Stimme. „Der ADAC, Reibach mein Name. Ich bin auf dem Weg zu Ihnen und sollte in knapp 20 Minuten bei Ihnen sein. Sie sind an Ihrem Fahrzeug anzutreffen?“ frage ich? „Ach super, dass das so schnell geht. Ja klar, hier ist ja leider sonst nichts in der Gegend. Dann bis gleich“. Es sollte dann doch 25 Minuten dauern, denn die Einfahrt zu dem Feldweg, auf dem die Kundin auf mich wartet, war dann doch sehr leicht zu übersehen und ich musste mir echt Gedanken darüber machen, ob der Dienstwagen für diese Buckelpiste überhaupt noch taugt. Leicht genervt - immerhin habe ich eigentlich schon Feierabend - finde ich das Auto dann doch. Von ...
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