1. Lisa - Fluch oder Segen Kapitel 15


    Datum: 21.09.2017, Kategorien: Hardcore,

    Kapitel 15 Die Fahrt nach Hause war wortlos. Wir schwiegen, hingen unseren Gedanken nach, die sich sicher ähnelten. Als Zuhause die Tür hinter mir ins Schloss fiel, fühlte es sich endgültig an. Ich kam mir gefangen vor, obwohl Tausende gerne an meiner Stelle gewesen wären. Trotzdem war es ein seltsames, hilfloses Gefühl. Lisa stand vor mir, ließ die Sachen, die sie getragen hatte, einfach fallen und rannte ins Haus, noch während ich alles verstaute, kam sie zurück, hielt das verdammte Buch in der Hand und ging damit in die Küche. Auch wenn es unausweichlich war, verstaute ich erst einmal die Sachen, soweit es ging, erst dann betrat ich die Küche. Das Buch lang aufgeschlagen auf Lisas Beinen und sie sah hinein. Dann griff sie nach einer Seite und riss sie heraus. „Brauchen wir nicht mehr!“, kam von ihr und schon hatte sie die nächste Seite zwischen den Fingern. „Brauchen wir auch nicht mehr!“, sagte sie und ließ auch diese Seite unter den Tisch fallen. Dies wiederholte sich mehrfach. Irgendwann stoppte sie, sah auf, starrte mir in die Augen und hob das Buch hoch. Sie drehte es zugeschlagen in meine Richtung und öffnete es langsam. Ich hatte gewünscht nicht zu sehen, was auf dem Bild dargestellt war, aber meine Hoffnung zerplatzte innerhalb weniger Augenblicke. Das Bild war eindeutig, zeigte eine Frau und einem Mann in eindeutiger Position. Als ich es erblickte, ließ Lisa es mich nur kurz sehen, dann blätterte sie auf die nächste Seite, die ebenfalls die Beiden zeigte, doch ...
    dieses Mal in einer anderen Position. Als ich es mir kurz angesehen hatte, sah ich Lisa erneut in die Augen und konnte sehen, wie ihr eine dicke Träne über die Wange kullerte. „Weißt du, wie lange ich mir das schon wünsche?“, flüsterte sie in meine Richtung und ich schüttelte meinen Kopf, als ich sie verstanden hatte. „Sehr lange, ich weiß nicht einmal mehr, wie lang schon!“ „Aber warum gerade ich?“, flüsterte ich zurück, wobei meine Stimme belegt war und ich meinte, einen Schleimpfropfen im Hals zu spüren. „Ich weiß es nicht. Du bist einfach der Mann, dem ich mein ganzes Leben lang vertraue. Ich will mich dir schenken, will das du der erste bist, derjenige der mich zu dem macht, war ich bin. Vorher bin ich nichts, danach deine Frau. Spürst du nicht selber, dass wir füreinander gemacht sind?“ Während Lisa das sagte, ließ sie das Buch sinken, was nur noch wenige ander Seiten hatte. Sie schlug es zu, legte es auf den Tisch, stand auf und kam um ihn herum. Vor mir blieb sie stehen und streckte mir ihre Hände entgegen. Ich konnte nicht anders und streckte ihr meine entgegen, nahm ihre in die meinen. Sie fühlten sich schlaff an, hatten nur wenig Kraft. Trotzdem zog Lisa an meinen und mich damit auf die Beine. Sicher eine Minute standen wir uns Hände in Händen gegenüber und blickten uns tief in die Augen. Lisas schwammen vor Feuchtigkeit und weitere Tränen machten sich bereit, über ihre Wange zu laufen. Ich zog sie an mich heran, umarmte sie und hielt sie fest. Ein Moment, den ich ...
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