1. Das Fenster Teil 01


    Datum: 20.08.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    noch einige Fragen zu den ´Altfischen´". Sie lachte, stand auf und ging. „Bis dann", winkte sie mir zu. Keiner kannte des anderen Namen. Es spielte keine Rolle. Wir verloren die Zeit aus den Augen. Es waren die Umstände. Es wurde Nachmittag. Ich genoss die letzten Tage meines Aufenthaltes, flanierte durch die Gassen, wanderte an der Steilküste, beobachtete die Seevögel oder verdichtete in meiner kleinen Wohnung manche Seiten an Erinnerung. Es war die Ruhe vor dem alltäglichen Sturm, der mich zuhause erwartete. Die ruhige Zeit hier war dichter als Gold. Sie hielt jeden Tag die Blendladen vor der gleißenden Sonne geschlossen, bis zum späten Nachmittag. Dann klappten sie quietschend auf. Wir winkten uns zu. Die Sonne warf dann ein grelles Weiß auf die Zimmerwände ihrer Wohnung. Nur ab und an wurde es von einem bewegten Schatten übermalt. Dieser späte Nachmittag war anders. Nach einer Weile trat sie ans Fenster, hielt mir aus der Ferne eine bauchige Flasche auffordernd entgegen, winkte mich herüber und lächelte. „Wein, Weib und...", murmelte ich. Den Rest erinnerte ich. „Ist noch ein wenig unaufgeräumt bei mir", meinte sie und ließ mich eintreten. Sie nahm mir den kleinen Korb mit Obst ab, den ich auf gut Glück mitgebracht hatte. „Reife Früchte passen gut zum jungen Calvados, den ich ausgesucht habe", meinte sie und schwang sich damit zurück ins Zimmer. Als Digestif, fragte ich mich und steuerte den Tisch an, auf dem die Flasche stand. Sie stellte den Korb dazu und pflückte ein ...
    paar Trauben. 'Vieille réserve', las ich. „Magst es wohl fruchtig", forschte ich nach. So ein Blödsinn, dachte ich, als ich es aussprach, warum lässt du dich darauf ein. „Und ´du´ doch hoffentlich den jungen Calvados", erwiderte sie und schaute mich an. Erst jetzt fiel mir auf, das ich sie geduzt hatte. Sie steckte sich eine Traube in den Mund. „Wir sind erwachsenen Menschen", meinte sie. Aufschlussreich, dass das von ihr kam, dachte ich. „Du siehst wirklich gut aus, reif und männlich". „Danke, ich hatte gehofft, das du das sagst". „Nein wirklich, ich mag reife Männer, Männer wie dich". „Wie kommt´s". „Ist doch nichts ungewöhnliches, mein Vater ist zehn Jahre älter als meine Mutter. Ältere Männer haben mehr Erfahrung. Ich habe keine Lust den Jungen etwas beizubringen". Ich lachte. „Wie alt bist du". „Fünfundzwanzig". Ich rechnete. „Schön", meinte ich. „Meinst du mich". Ich schmunzelte. „Ja, du bist schön". „Mehr fällt dir nicht ein, mit deiner Erfahrung". „Ich könnte dir mit Worten kommen, da fällt ´dir´ nichts mehr ein", antwortete ich. Sie naschte eine weitere Traube. „Genau das..., finde ich ja so schön", murmelte sie. Ich schaute sie fragend an. „Du bist hier, weil ich mit dir schlafen will", meinte sie plötzlich. „An wen denkst du, wenn du das sagst", hakte ich nach. „An mich und an dich", antwortete sie. „Die Reihenfolge ist für mich nicht unbedeutend", meinte ich. „Du willst mit mir schlafen und ich mit dir, ich weiß es einfach, dass sagt mir mein Gefühl", erklärte sie. ...
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