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Kiss the cook!
Datum: 14.07.2017, Kategorien: Sonstige,
geben. Ein wirkliches Dilemma. Gegen zweiundzwanzig Uhr wollte ich gerade Schluss machen, als ich noch eine E-Mail bekam. Es war relativ selten, dass mir um diese Zeit noch jemand schrieb und ich war ein wenig darauf gespannt, er oder was es war. Bea schrieb mir und hatte eine Datei angehängt, die aber keine Bilddatei war, sondern eine Textdatei. Nicht ungewöhnlich für jemanden der gerne Schrieb und mich schon einmal um meine Meinung gefragt hatte, als ich diese Datei allerdings öffnete, musste ich breit grinsen. Wie hieß es doch so schön, das Netz vergisst nie. Wie und wo Bea den Text gefunden hatte, war mir ein Rätsel. Es war eines meiner ersten Werke, als ich noch kein Schriftsteller gewesen war. Zu der Zeit hatte ich noch kürzere Romane oder längere Kurzgeschichten geschrieben, je nachdem welche Maßstäbe setzte. Diese hatte ich auf einigen Seiten veröffentlicht und nie wieder löschen lassen. So geisterten sie immer noch durch das Netz, und da sie unter einem anderen Pseudonym geschrieben waren, brachte man sei normalerweise mit mir nicht in Verbindung. Wie Bea es herausbekommen hatte, war mir ein Rätsel. Vielleicht hatte es Christina ihr verraten, obwohl ich mir nicht sicher war, ob ich es ihr jemals verraten hatte. Zu der Zeit hatte ich noch recht viel experimentiert, sowohl mit meinem Schreibstil als auch mit den Themen. Es war die Zeit, als Erotik hoch im Kurs bei mir stand und als ich mir diese alte Geschichte noch einmal durchlas, musste ich an die Zeit ... zurückdenken. Schon komisch, wenn man sich nach Jahren selber verglich. Besonders auffällig war nicht der Inhalt der einen überraschte, denn diese Gedanken hatte ich selbst jetzt noch unverändert. Interessant war die Art, wie ich damals geschrieben hatte. Mein Schreibstil hatte sich mit den Jahren sehr verändert und heute hätte ich die Geschichte bei gleichem Inhalt vollkommen anders geschrieben. Kurze Geschichten waren nicht mehr mein Ding. Es musste auch wirklich eine Geschichte erzählt werden und das kam bei den kurzen Dingern viel zu wenig hervor, war aber aufgrund der kürze auch nicht möglich. Bea hatte nichts dazu weiter geschrieben. Sie wollte mir anscheinend nur mitteilen, dass sie diese frühen Werke gefunden hatte. Ob sie etwas damit bezweckte, wurde mir nicht mitgeteilt. Es war anscheinend nur eine Art Feststellung. Erst bei Näherem hinsehen, entdeckte ich, dass Bea doch etwas damit bezweckte. Sie hatte einzelne Worte oder Buchstaben kursiv gestellt. Also kopierte ich diese Textteile aus der Geschichte und übertrug sie in eine Textdatei. So formte sich langsam aber sicher einen neuen Text aus dem alten. Es war nicht viel, aber zum Schluss stand folgender Text da: "BeReit weNN sIe es sind. Ich wiLl Ihnen meinen KörPer schenken. Will dasS Sie miCh so nehmen, Wie die Natur es vorGesehen hat. WAnn?" Ich ließ mich zurücksinken. Auf der einen Seite hätte ich sofort ja gesagt, auf der anderen Seite beschäftigen mich die Konsequenzen. Aus diesem Grund antwortete ich nicht sofort. Ich ...