1. Aus heiterem Himmel 02


    Datum: 17.06.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    die Schamlippen weit auseinander. Ein Nein gab es nicht mehr, wenn Ralf danach war. Entgegen ihrem Temperament übernahm sie selbst öfters die Initiative. Patricia legte sich außerordentlich ins Zeug. Sie kämpfte, mit allem was sie hatte, vorrangig mit den Waffen einer Frau. Es sollte nichts nutzen. Sie verlor Ralf an Jenny. Und Ralf? Er verlor Patricia- genauer: Er gab sie auf- ohne Jenny wirklich zu bekommen. "Ich werde immer dir gehören, Ralf." Diesen Satz von Jenny würde er auf ewig im Ohr haben, bis zu seinem letzten Atemzug; gesagt von ihr an dem Tag, an dem er Patricia endgültig zum Teufel schickte, weil Jenny es so wollte. Es war die Bedingung, endlich das von ihr zu bekommen, was er sich am sehnlichsten wünschte, und Jenny hatte Wort gehalten, allerdings mit einem Hintertürchen. Er bekam auch nach der Trennung von Patricia noch nicht alles von Jenny. Keiner- von einer Ausnahme abgesehen- bekam je alles von Jenny. Ralf bekam nach der Trennung von Patricia von Jenny nur ein wenig mehr als vorher. Er seufzte vor Glück als er diesen Satz hörte. Er war so in seinem Glück versunken, dass er beinahe den Nachsatz überhörte, allerdings nur beinahe. "Immer und niemals, Ralf." 6. Was sie im Spiegel sah, gefiel Jenny überhaupt nicht. Kein Zweifel: Sie wurde alt. Sie war alt, wenn auch noch nicht alt an Jahren. Sie war jetzt 47. Erst 47. Ihre exzessive Lebensweise hatte ihren Tribut gefordert, und dennoch: Diese Lebenslust, diese Gier nach Leben war noch immer da. Ihre Augen ...
    zeigten es. Und die Kleinigkeiten- leicht erschlaffte Brüste, deutliche Fältchen um die Augenwinkel, Orangenhaut an den Oberschenkeln und am Po- würden sich durch den passenden Chirugen leicht in Ordnung bringen lassen. Auf diese Weise hatte sie bereits früher nachhelfen lassen. Alleine: Für diese chirugischen Petitessen fehlte ihr im Augenblick das nötige Kleingeld, und das war noch ihr geringstes Problem. Im Moment waren Schönheitsoperationen der reinste Luxus, den sie sich nicht leisten konnte. Das Geld, das sie nicht hatte, aber wohl ziemlich sicher -hoffentlich!- von Ralf bekommen würde, brauchte sie für wichtigere Dinge. Und überhaupt: Ärzte. Ärzte sah sie die letzte Zeit häufiger als ihr lieb war, und es waren keine plastischen Chirugen, die sie aufsuchte. Verblassende äußerliche Attraktivität konnte eine Frau leicht durch sexuelle Hemmungslosigkeit aufwiegen, und in dieser Disziplin war Jenny unschlagbar. Und Ralf? Dieser Trottel würde noch scharf auf sie sein, wenn sie wirklich alt und grau war. "Keine Frau kann bedingsloser Hingabe auf Dauer wirklich widerstehen." Mit diesem Satz aus der Feder Henry Millers hatte Ralf ihr nach jeder Demütigung erneut versichert, dass sie lernen würde, ihn zu lieben, und tatsächlich... Wütend warf sie die Zigarette ins Klo und drückte die Spülung. Hingabe, Leidenschaft, Liebe- nur Dummköpfe, die nicht das geringste über das Leben wussten, leisteten sich solche Sentimentalitäten. Oder sehr wohlhabende Leute. Die konnten sich das auch ...
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