1. Hexenring 3


    Datum: 14.04.2017, Kategorien: Hardcore,

    Erst ein paar Tage später sah ich Klara wieder. Es war ein bedrückender Tag gewesen. Die Luft hatte sich regelrecht mit Energie vollgesogen und stand nun kurz davor sich zu entladen. Man hatte den Eindruck, als wenn man selber Funken schlagen könnte, wenn man nur zwei Finger nah genug aneinander bringen würde. Bilder von aufgeladenen Menschen die sich blitzend berührten gingen mir durch den Kopf, als es an meiner Tür klingelte. Klara stand davor und lächelte mich an. Sie sah wie immer aus und ich frage mich wirklich langsam, ob sie überhaupt irgendetwas anderes zum anziehen hatte. „Einen wunderschönen guten Tag!“ sagte sie mit einer anheimelnden Stimme. „Was würdest du davon halten, mit mir einen Ausflug zu machen?“ Ich sah sie verwundert an, denn ich fand nicht gerade, dass das Wetter dazu einladen würde, aber ich war auch irgendwie gespannt darauf, was sie darunter verstand oder besser gesagt, was sie bei diesem Wetter darunter verstand. So willigte ich schnell ein, denn meine Neugierde war geweckt. Ich zog mir schnell noch eine Jacke über und nahm einen Schirm mit, was Klara allerdings zu einem noch breiteren lächeln veranlasste. Spöttisch schaute sie mich an und fragte, ob ich aus Zucker sei. Mit einem zucken meiner Schulter ließ ich ihn dann doch zurück und wir gingen wie selbstverständlich, zu meinem Wagen. Lange fuhren wir nach ihrer Anweisung. Die Gegend wurde immer ländlicher und schon bald fuhren wir an dem letzen Hof vorbei, auf einen kaum befestigen Weg. ...
    Dabei wurde mir zum ersten Mal klar, dass es doch eine gute Idee gewesen war, einen Geländewagen zu fahren. Zumindest hatte er jetzt zum ersten Mal einen Sinn, denn zuvor war ich noch nie auf einer solchen Piste unterwegs gewesen. Nur Minuten später kämpften wir uns über einen, nur noch schwer erkennbaren Pfad, der sich schlängelnd durch ein unwirklich wirkendes Stück Land wand. Rechts und links sah ich tote, weiße und nur noch aus Stamm und einigen Ästen bestehende Bäume, die kein Laub mehr trugen. Darunter meinte ich dunkelgrünes Moos zu erkennen und kleine, wie Pfützen wirkende, offene Stellen mit Wasser. Dazu kam jetzt ein etwas muffiger Geruch aus der Lüftung des Wagens. Erst jetzt erinnerte ich mich daran mal etwas von einem Hochmoor in unserer Gegend gelesen zu haben. Es stimmte sogar mit der Richtung überein, in die wir die ganze Zeit gefahren waren. Die Stimmung war eigenartig. Diese wie verwunschen wirkende Umgebung, dazu die drückende Luft die sich immer weiter verdichtet hatte und wie Sirup an einem klebte. Dazu ein eigenartiges Licht das daher rührte, dass sich langsam aber sicher hohe, schwarze Wolken aufbauten, die sich gemächlich Richtung Sonne schoben und sie bald erreichen würden. Im Wagen war es dazu recht Warm und die Klamotten begannen einem am Körper zu kleben. Klara schien es nichts aus zu machen. Sie saß da und beobachtete alles mit großen Augen. Sah mal hier und mal dort hin und gab mir immer wieder Hinweise, wie ich zu fahren hätte, denn der Weg war ...
«1234...9»