1. Lisa, Fluch oder Segen


    Datum: 29.03.2017, Kategorien: 1 auf 1,

    betrachtet. Entsprach ich doch nicht der Klientel, dass hier normalerweise verkehrte. Lisa hatte sich bei mir untergehakt und vielleicht war es der einzige Grund, warum ich die Gesichtskontrolle des Türstehers überstand. Er selber war ebenfalls nicht mehr der Jüngste und zwinkerte einmal in Richtung Lisa, als er die Karte abriss und mir einen Stempel auf den Handrücken drückte. Damit war die erste Hürde genommen und wir durften den Tempel der Musik und Belustigung betreten. Ich hatte es fast vergessen. Zu viele Menschen auf zu wenig Raum. Dazu die schlechte, stickige Luft, die mit den Körpergerüchen diverser Menschen gesättigt war. Dabei war nicht jedes Mal ein Duft dabei, den ich mochte. Manche Menschen schwitzten und hatten selten ein Stück Seife gesehen. Aber zum Glück waren sie in der Minderzahl. Lisa und ich sahen uns um und sahen, wie gerade ein Pärchen aufstand, die an einem der Tresen gesessen hatten. Sofort enterten wir die freigewordenen Barhocker und sahen uns kurz um. Danach bestellten wir uns etwas zu trinken. Ich frönte meiner Leidenschaft für Hochprozentiges, Lisa mochte lieber einen hochpreisigen Cocktail. Süß das Zeugs, was aufgrund der Karte die ich zuvor studiert hatte, ersichtlich war. Der Preis war nicht das, was mich störte, sondern dass die junge Frau hinter dem Tresen Eis in meinen Drink tun wollte. Ich schüttelte aufgeregt meinen Kopf, dass sie es sehen konnte, und ließ es bleiben. Während wir an unseren Drinks nippten, sah ich mich erneut um. Ich war ...
    hier einer der ältesten, wenn nicht sogar der Älteste. Alle um mich herum waren zwanzig Jahre jünger, oder noch mehr und mir trat der Altersunterschied erst recht vor Augen, als ich meinen Kopf drehte und Lisa in meinen Blick kam. Sie passte hierher, ich nicht. Am liebsten wäre ich gegangen. Es dauerte zwei Lieder und Lisas Cocktail, als ein neues Stück spielte, was Lisa augenscheinlich gefiel. Sie stellte ihr leeres Glas ab und wollte mich mit auf die Tanzfläche ziehen, aber um ehrlich zu sein, dafür hatte ich noch nicht genug Alkohol im Blut. Tanzen war nichts für mich, jedenfalls nicht im nüchternen Zustand. Als Lisa es bemerkte, ließ sie mich los und ging alleine dorthin. Da ich von meinem Stuhl aus eine gute Sicht hatte, konnte ich sie dabei beobachten. Das Stück war mittelschnell und Lisa bewegte sich sehr geschmeidig. Ihr Körper war gewandt und zog sofort Blicke auf sich. Schon konnte ich erkennen, wie zwei junge Männer ihre Fährte aufnahmen. Sie kamen langsam zu ihr herüber und tanzten sie an. Ich musste grinsen, denn als junger Mann war ich nicht viel anders gewesen. Tanzschuppen gab es auch zu meiner aktiven Zeit und das Verhalten von jungen Männern, hatte sich seitdem nicht verändert. Sie produzierten sich vor Lisa, machten alles, damit Lisa sie wahrnahm. Dass sie sich dabei teilweise lächerlich machten, schien sie nicht zu interessieren. Lisa blieb kühl, tanzte ihren Stil weiter und tat zumindest, als wenn sie die beiden nicht beachtete. Dabei war ich mir sicher, ...
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