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Eine Pflanze mit Pfiff
Datum: 19.02.2017, Kategorien: Sonstige,
weil wir uns schon so lange kannten. Wir waren eher so etwas, wie ein Paar, was sich schon ewig kannte und dem anderen vertraute. Warum uns das vorher noch niemals aufgefallen war, konnten wir nicht sagen. Als wir uns das nächste Mal trafen, wollten wir dann den letzten Teil der Blüte testen. Der Stempel stand tiefrot in der Mitte der Blüte und leuchtete einem geradezu entgegen. Also schnitten wir in aus einer der Blüten und teilten dieses kleine Teil in zwei gleichgroße Stücke. Dann schnappten wir uns diesen Minihappen. Lange kaute ich darauf herum, sofern man von Kauen sprechen konnte. Dafür war es eigentlich viel zu klein. Es war erstaunlich, wie scharf ein so kleines Stück schmecken konnte. Kaum hatten meine Zähne das Stückchen zermahlen, breitete sich ein Geschmack in meinem Mund aus, er so überraschend scharf war, dass ich erstaunt schaute, Tränen in die Augen bekam und zu Husten begann. Nadja ging es nicht anders. Sie griff sofort zu ihrem auf dem Tisch stehenden Glas und versuchte mit der Flüssigkeit Linderung zu verschaffen. Aber der Effekt war eher gegenteilig. Kurzeitig trat Kühlung ein, dafür war die Schärfe danach umso schlimmer. Zumindest hatte man den Eindruck. Diese Schärfe war anders, als ich es sonst kannte. Es war nicht so wie bei Chillies oder Pepperonies, sondern eher wie bei einer übermäßige Ladung Wasabi. Beide japsten wir nach Luft, doch auch das brachte nichts. Dazu kam jetzt, dass unser Speichel vermehrt floss und mit diesem, nach dem Schlucken, ... unsere Mägen ebenfalls zu brennen begannen. Normalerweise, wenn ich zu scharf gegessen hatte, wurde mir übel oder zumindest flau im Magen, dies trat jetzt nicht ein. Es wurde nur enorm warm, als wenn man gerade einen halben Liter Whiskey auf Ex heruntergeschluckt hätte. Zumindest stellte ich es mir so vor. Nadja und ich hechelten wie die Hunde und ich rannte in die Küche, riss den Kühlschrank auf und entnahm dem Gefrierfach mehrere Eiswürfel. Dann brachte ich sie in einer Schale ins Wohnzimmer. Nadja stürzte sich sofort auf diese vermeintliche Abkühlung und nahm gleich zwei von ihnen in dem Mund. Darauf lutschend und kauend sah sie mich mit tränenden Augen an und versuchte mich anzulächeln. Das entgleiste allerdings vollkommen, da die Eiswürfel einen vernünftigen Gesichtsausdruck gar nicht zuließen. Sie hatte geradezu Hamsterbacken und das Schmelzwasser bahnte sich einen Weg aus den nicht ganz geschlossenen Lippen. Das war dann keine gute Idee, denn in diesem Schmelzwasser befanden sich Partikel des Stempels und diese entfachten jetzt auf den Lippen ebenfalls ihr Feuer. Das Ergebnis konnte man schon recht schnell erkennen. Die Lippen schwollen an, allerdings nicht so stark, dass es wie eine Karikatur ausgesehen hätte, sondern machten diese irgendwie sinnlicher. Als ich dieses sah, leckte ich mit meiner Zunge einmal über meine Lippen verteilte das Feuer ebenfalls darauf. Es war zuerst die Hölle, doch dann geschah etwas Seltsames. Es brannte zwar immer noch wie Feuer, aber es ließ ...