1. Eine Pflanze mit Pfiff


    Datum: 19.02.2017, Kategorien: Sonstige,

    noch eines der Blätter zu kosten. Also fischte ich mir noch eines vom Teller und kaute genauso genüsslich darauf herum, wie auf dem zuvor. Hatte man bei anderen Nahrungsmitteln den Effekt, das der zweite Happen schon nicht mehr so intensiv schmeckte wie der erste, war es hier anders. Der Geschmack war zumindest ebenso stark, wenn nicht sogar noch intensiver als zuvor. Dabei hatte ich schon bei dem ersten Blatt gedacht, dass es nichts gäbe, was den Geschmack noch übertrumpfen könnte. Also aß ich auch noch das zweite Blatt und bemerkte auch jetzt keine Veränderung an mir, wobei mir Nadja das bestätigte. Außenstehende bemerkten Veränderungen anders als man selber. Da sich sonst nichts zu verändern schien, begannen wir beide uns weiter zu unterhalten, um festzustellen, ob die Reaktion vielleicht erst später kam. Aber selbst nach einer Stunde war alles so wie zuvor. Das Einzige, was sich bei mir tat war, dass ich gerne noch eines der Blätter gegessen hätte. Nadja hatte die ganze Zeit abgewartet. Als dann diese Stunde vergangen war und ich noch so da saß wie zuvor ohne irgendwelch Erscheinungen zu haben, wollte sie auch endlich eines der Blätter probieren. Also reichte ich ihr den Teller und sie nahm sich eines, genauso wie ich. Ohne Scheu nahm sie es sofort in den Mund und kaute darauf herum, denn sie hatte ja gehört, wie gut es mir geschmeckt hatte. Ihr "Mmmmmmmhhhhhh" war länger als meines und drückte ebenfalls aus, wie gut es ihr schmeckte. Sie kaute darauf herum, verdrehte ...
    dabei die Augen und meinte danach, dass es wohl keine Praline gäbe, die ihr besser geschmeckt hätte. Doch sie könnte den Geschmack von Tannennadeln nicht entdecken, dafür aber von fruchtigen Orangen. Um dies zu überprüfen, hatte sie ziemlich schnell nach dem zweiten Blatt gegriffen und kaute jetzt prüfend auf diesem herum. Dabei machte sie ein so seltsames Gesicht, das ich lachen musste. Es sah aber auch zum Schießen aus, wenn ihre Augen dabei von einer Seite auf die andere gingen, während ihre Lippen und Mundwinkel in die entgegengesetzte Richtung wanderten. Weil ich so lachte, sah sie mich dann auf einmal an und wollte wohl sehen, warum ich so erheitert war. Doch mein Lachen war so ansteckend, dass sie ebenfalls damit anfing, ohne eine Antwort auf ihren fragenden Blick zu bekommen. An ein ernstes Gespräch war nicht mehr zu denken, denn egal womit einer von uns anfangen wollte, kaum war ein Wort über unsere Lippen gekommen, begann wir wieder zu kichern. Viel alberner konnten wir jedenfalls nicht mehr werden. Obwohl es mir schwerfiel, schaffte ich es darüber ein wenig nachzudenken und mir wurde auf einmal bewusst, dass ich etwas Ähnliches schon einmal erlebt hatte. Als ich noch richtig jung gewesen war, hatte man mit vielem experimentiert. So nicht nur mit Alkohol, sondern auch mit leichten Drogen. Wenn ich genau darüber nachdachte, waren die Erscheinungen ähnlich, wenn man sich einen Joint reingepfiffen hatte. Dann kam einem manchmal auch alles so lustig vor, egal was. Ähnlich ...
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