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Es ist viel zu beichten
Datum: 07.02.2017, Kategorien: Erotische Verbindungen,
Frankreich?" "Ja, ich kenn kein anderes Dijon. -- In dem Sommer konnte Dieter aus beruflichen Gründen keinen Urlaub machen, und da hab ich eine Städtereise nach Dijon gemacht." "Und warum Dijon?" "Weil da Jean-Philipp Rameau geboren ist. Ich bin mit der Bahn gefahren, und weißt du, wer in Bremen zugestiegen ist?" "Dein Lover." "Woher weißt du das -- hab ich dir dies schon mal erzählt?" "Nein, hast du nicht, aber so aus der Thematik deiner momentanen Erzählungen gefolgert --" "Du hast aber eine schmutzige Phantasie! -- Also: Der sehr, sehr nette Herr hieß Gaston, war wie ich Studienrat, auch mit dem Fach Deutsch, war in Bremen Austauschlehrer und war -- wie der Zufall so s-pielt -- aus Dijon. Wir haben uns schon im Zug glänzend unterhalten, Er hat mich noch auf dem Bahnhof Dijon seiner Frau Auguste vorgestellt, ich wurde gleich zu ihnen zum Abendessen eingeladen, ich hab ihnen auf ihrem Klavier Rameau und Couperin gespielt, und ich war die Woche fast jeden Abend bei den Durands. Gaston hat mir die Stadt gezeigt --" [Bis hierher] " -- und dann hast du bald vierzigjähriges, von tausend Kerlen durchgenommenes Luder ihm was anderes gezeigt --" "Werd nicht unverschämt! Erstens war ich damals erst zweiunddreißig --" " -- also erst fünfhundert Kerle --" " ich kleb dir gleich eine -- auch hier im Restaurant -- da kenn ich nix -- und zweitens hab ich ,Schlampe` gesagt und nicht ,Luder` -- ,Luder` ist viel schlimmer --" "Das kann man auch anders sehen, aber du als Deutschlehrerin mußt ... es ja wissen. -- Also sagen wir es so: Irgendwann seid ihr euch nähergekommen -- was hat denn Auguste dazu gesagt?" "Eigentlich nur, daß ich mir keine längerfristigen Hoffnungen auf Gaston machen sollte." "War sie resigniert?" "Nein -- ich wußte schon vorher von Gaston, daß die beiden sehr tolerant waren -- beide hatten ihren amant beziehungsweise ihre maîtresse. Mit Augustes Lover haben wir dann sogar noch eine Fahrt ins Grüne mit Pique-nique gemacht -- nicht nur Pique-nique --" "Ich kann's mir vorstellen -- also wieder mal Partnertausch --" "Nein, nicht so was unans-tändiges -- nur ich mit Gaston und Auguste mit ihrem Serge." "Natürlich -- genauso verlangt es der Ans-tand, klar! -- Und nach der Scheidung?" "Wollte ich meine Freiheit genießen, mich mit so lieben Freunden wie Karl oder dir nicht mehr in irgendwelchen noch so guten Hotels verstecken, bestellte mir auf Trudis Rat bei einem Möbelhaus die Spiegel-Schrankwand -- und hatte erstmal keinen Freund." "Gibt es so was bei dir?" "Ja, denk mal an: So was gibt's auch bei mir! Ich hatte dann aber bald einige kurze Affären, erst mit dem katholichen Pfarrer von Trudi --" "-- mit dem ka --?" "Ja, mit dem jungen katholischen Pfarrer, der hat mich beim Kauf des Cembalos beraten, dann hab ich in dem Sommer Urlaub mit Mama an der Nordsee gemacht und da einen netten Studienrat kennengelernt und mit ihm friesische Texte gelesen und auch --" "Was: auch?" "Kannst du dir das nicht denken -- du kennst doch inzwischen deine Melanie!" "Doch ...