1. Der außergewöhnliche Mitreisende


    Datum: 15.08.2018, Kategorien: Voyeurismus / Exhibitionismus,

    versprochen, nett zu uns zu sein." Das klingt nett, ganz sachlich, ohne Vorwurf. Er hat es nicht nötig, mir damit zu drohen, mich mit dem Koffer dort oben im Zug alleine zu lassen. „Nicht dass du nachher in Berlin ohne Koffer aussteigen musst!" ruft der Soldat in Zivil. „Diesen Preis hatten wir nicht vereinbart. Wenn Sie der jungen Dame nachher nicht mit dem Koffer helfen wollen, werde ich es tun." Wieder hat er mit klaren Worten dem Angriff die Spitze genommen und dem Soldaten seine Grenzen aufgezeigt. Welch eine machtvolle Wirkung hat er durch seine Persönlichkeit auf andere Menschen -- auch auf mich. „Wir stellen keine Bedingungen. Wir bitten nur, uns einen Gefallen zu tun. Ich kann verstehen, wenn Sie uns diesen nicht erfüllen wollen. Dennoch werden wir Ihnen auch künftig helfen." Wieder erfüllt Stille das Abteil. Jetzt liegt die Entscheidung allein bei mir. Und kein Wort wird dieser mehr voraufgehen. Keiner spricht, aber alle sehen mich an. Ich ahne, wenn ich jetzt wieder zu meinem Buch greife, wird die Fahrt wie bisher ruhig weitergehen. Man wird mir keinen Vorwurf machen. Wer sollte mir auch vorwerfen, dass ich das unerhörte Verlangen nicht erfülle? Aber will ich vielleicht auch einmal etwas so Aufregendes erleben, wie ich es sonst nur in Romanen lese? Ich sehe in der peinlichen Aufforderung nicht mehr nur eine Bedrohung, sondern auch eine Chance. Eine Gelegenheit, dem Herrn zu zeigen, wie sehr er mich beeindruckt und dass ich ihm völlig vertraue. Er ist es wert. ...
    Darüber hinaus auch eine Möglichkeit, mir selbst zu bestätigen, dass ich nicht an Konventionen klebe. Meine Fraulichkeit zu beweisen. Das Schweigen scheint endlos zu werden, die Spannung ist fast physisch spürbar. Wie werden die Männer reagieren, wenn ich jetzt einwillige? Egal, der Herr wird die Situation unter Kontrolle behalten. Langsam ziehe ich den Reißverschluss des Kleides herunter, bereit, ihn beim kleinsten Beifallslaut sofort wieder zu schließen. Aber niemand sagt ein Wort. Ich glaube, wenn jetzt Jubel ertönt wäre, hätte ich mich sofort wieder angezogen. Gespannte Stille herrscht im Abteil. Die Ausstrahlung des Herrn hält die Emotionen im Zaum. Ich ziehe das Kleid aus und sitze im BH und String vor den Männern, an den Füßen noch die Pumps. Eigentlich nicht weniger, als ich auch am Strand trage. Jetzt erscheint es mir schon gar nicht mehr so verrückt, was ich hier tue. Der Herr nimmt mir das Kleid ab, faltet es sauber zusammen und legt es vorsichtig auf einen Koffer. „Wir wollen ja nicht, dass Sie verknittert durch Berlin laufen müssen." Fast ein wenig enttäuscht hatte ich heute Morgen das bunte Sommerkleid wieder übergezogen. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich meinen Körper heute so öffentlich zeigen würde. Aber das tue ich auch mit einem gewissen Stolz. Dennoch kommen mir jetzt leise Zweifel, ob es richtig ist, was ich tue. Ich liefere mich fremden Menschen aus, weil ich einem Mann vertraue, den ich genauso wenig kenne. Wie sehr hat er die Situation wirklich im ...
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