1. Eigentlich wollte ich nur Zigarette


    Datum: 14.07.2018, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    das egoistisch klingt. In meinem Kern bin ich monogam." Sie klatsche in die Hände. "Genau das sollst du für mich auch bleiben!" "Ist es nun wirklich dein Bruder, oder wer sonst?" "Er ist mein Bruder. Ist vier Jahre jünger als ich und lebt in Indien. Das Foto ist schon ein paar Jahre alt, ich glaube er war fünfundzwanzig damals. Er hatte Theologie studiert, passte aber in keine der Konfessionen, er bekam keine Anstellung bei einer Kirche. Sie wollten ihn wegen seiner offenen Weltanschauung nicht haben. Dann ließ er sich seinen Erbteil auszahlen und ging zuerst nach Tibet. Dort konnte er nicht bleiben. Jetzt lebt er mit ihnen im Exil. Bist du zufrieden mit der Auskunft?" "Ja, rundum", war meine kurze Antwort. "Würdest du mir einen Gefallen tun?" "Wenn ich's kann, gerne" ließ ich sie wissen. "Ich kann hier im Moment nicht weg. Kannst du für mich in der Drogerie 50 Gramm Jasmin und zwei Päckchen Safran besorgen. Es gibt drei Straßen weiter eine." "Mach ich. Brauchst du sonst noch was?" "Nein, das ist alles." Ich ging. Der Drogist musste ins Lager gehen, um die Jasminblätter zu besorgen, brachte diese dann fertig verpackt mit. Ich bezahlte zusammen mit den Safranbriefchen und verließ den Laden wieder. Auf dem Weg zu Charlotte überlegte ich, was sie mit den beiden Kräutern anfangen will. Ich brachte es nicht unter einen Hut. Jasmin kannte ich als Tee beim Chinesen, Safran dagegen eher aus der spanischen Küche oder vom Kuchenbacken. Als ich in Charlottes Laden zurückkam, empfing ...
    mich der Junge Mann mit der Nachricht: Ich solle im Büro warten, Frau Neuhaus hätte kurzfristig weggehen müssen, und wäre in circa einer Stunde, wieder da. Ich war verwundert, dachte, das ist das Missgeschick der Selbstständigen und ließ mich auf der Couch im Büro nieder. "Kann ich ihnen noch etwas zu Trinken anbieten?", fragte mich der Angestellte höflich. "Nein Danke. Wenn ich Durst bekomme, weiß ich schon, in welchem Schrank die Bar ist." Er verließ den Raum und schloss die Türe. Ich blätterte noch eine ganze Weile in Katalogen für Koffer und Handtaschen und war erstaunt, was der Markt so anzubieten hatte. Ich breitete mich der Länge nach aus und machte es mir bequem. Dann muss ich eingeschlafen sein. Als ich erwachte war es draußen bereits dunkel geworden. Der Büroraum lag nur im Licht der Straße, das von draußen hinein fiel. Es war still und trotzdem glaubte ich am Zufallen eine Türe erwacht zu sein. Außerdem konnte ich das Paket mit Jasmin und Safran auf dem Couchtisch nicht mehr finden. Mir waren die Umstände ein wenig unheimlich. Wieder glaubte ich, eine klatschende Türe im Haus zu hören. Dann ging das Licht im Zimmer an. Zuerst von der hellen Beleuchtung etwas geblendet, konnte ich nicht gleich sehen, dass Charlotte in der Türe stand. Als ich Ihre Stimme dann vernahm, war ich wieder beruhigt. "Du hast so lange gewartet?" "Siehst du doch, sonst wäre ich nicht hier. Wie spät ist es denn?" Sie zeigte auf eine Uhr an der Wand, die ich zuvor nicht bemerkt hatte. Halb Zwölf ...
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