1. Eigentlich wollte ich nur Zigarette


    Datum: 14.07.2018, Kategorien: Erotische Verbindungen,

    fragte ich in die Runde. Susi ergriff noch einmal das Wort. "Also, aber damit ist dann wirklich alles vom Tisch: Es war ein Tag, an dem Ilona versuchte, Kontakt mit dir aufzunehmen, sie rief mich an und sagte mir, dass sie dich verpasst hatte. Du bist in einen Fernzug am Bahnhof eingestiegen. Da entschloss ich mich, in deine Firma zu gehen, mich für die Software zu interessieren, deren Vertrieb du leitest. Euere Empfangsdame gab mir Auskunft, aber ich wollte vor allem wissen, wie zuverlässig du den Service bieten würdest. Das Loblied auf deine Korrektheit und deine Zuverlässigkeit hättest du hören sollen. Gerade heute hättest du einen Urlaubstag genommen, aber nicht um Ferien zu machen, sondern einen Kunden in Genf zu besuchen, der ein Problem hatte, das telefonisch anscheinend nicht zu lösen war. Sie lobte deine Bescheidenheit, die du dir, trotz deiner Kompetenz erhalten hättest. Man hätte denken können, sie schwärme persönlich für dich. Ich war auch frech und fragte sie danach. Ich erhielt praktisch dieselbe Auskunft wie Charlotte bei deiner Nachbarin." Susi sah mich an, warte meine Reaktion ab. Ich brach in schallendes Gelächter aus und beruhigte mich erst nach einer ganzen Weile. Die drei sahen mich verwundert an, was ich ihnen auch nicht verübeln konnte. Kopfschüttelnd ging ich auf die Feuerstelle zu und begann, auf der eisernen Abzugshaube zu trommeln. "Ich glaube, ich war bis letzten Sonntag der größte, hirnverbrannteste Idiot auf der heiligen Mutter Erde!", ich ...
    schrie diesen Satz heraus, als ob es der Letzte wäre, den ich vor dem Galgentod zu sagen hätte. Weinend lehne ich meinen Kopf auf das kalte Eisen, hülle mich in meine Arme, möchte versinken. Es dauert lange. Bis ich mich wieder beruhige. Charlotte bringt mir ein Tuch, mit dem ich, meine Tränen trocknen und meine Nase putzen kann. Ich lasse mich auf einem Holzstuhl nieder und sehe zu den Dreien auf, die mich fragend anblicken. "Ich glaube ich habe in den letzten Jahren so viele Menschen übersehen, die mich mochten. Anstatt die Augen aufzumachen, habe ich mich verkrochen, mich abgesondert. Gleichzeitig lief ich verkramt durch die Welt, erwartete nur das Schlimmste und baute Schutzmauern, die niemand einzureißen vermochte. Ich will mich hier und jetzt sofort bei euch, stellvertretend für alle, die es betraf, entschuldigen. Entschuldigen für meine Kälte, für mein Misstrauen, das ich ihnen entgegengebracht habe und vor allem für die Missachtung ihrer Gefühle. Ihr bittet um Absolution dafür, dass ihr meine Festung geknackt habt? Ich möchte euch danken. Nicht ich muss vergeben, ich muss um Vergebung bitten, bei euch, bei meiner Nachbarin und auch bei Andrea unser Empfangsdame. Hinzu kommen noch viele andere, die ihr nicht kennt, die ich schon aus den Augen verloren habe, die es irgendwann einmal aufgegeben haben, meine Burg zu stürmen. Ich schäme mich dafür." Wie ein Häufchen Elend saß ich da. Es war draußen und ich bin froh darum. Ich sah noch einmal in die drei Gesichter. "Ich möchte ...
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