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Liebe, Tod und Neuanfang
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
Gedanken nachhängen, ohne mich beobachtet zu fühlen. Nach einer Stunde, wollte ich gerade aufstehen, als ich eine kleine Gestalt den Weg entlangkommen sah. Schon nach wenigen Metern erkannte ich Eva, die geradewegs auf die beiden Gräber zuging. Sie stand zehn Minuten vor dem Grab ihres Mannes und bewegte sich keinen Zentimeter. Selbst aus dieser Entfernung konnte man erkennen, dass sie durchnässt war. Ihre Kleidung hatte die Spannkraft verloren und hing bzw. klebte an ihrem Körper. Ebenso hatten sich ihre Haare aufgelöste, die sie zuvor noch aufgesteckt getragen hatte. Ich wartete ab, denn ich fühlte innerlich, dass ich jetzt nicht zu ihr herüber gehen sollte. Ihr Kampf mit sich selber, war noch nicht abgeschlossen. Dann sah ich auf einmal, wie Bewegung in ihren Körper kam. Sie drehte sich um und kam mit staksigen Schritten auf mich zu. In mir war die Spannung kam noch zum Aushalten. Was immer in den nächsten Minuten geschehen würde, würde mein Leben zumindest für eine Zeit lang verändern. Dann stand sie vor mir, während ihr ihre nassen Haare ins Gesicht hingen. Ohne Worte streckte sie mir eine Hand entgegen und ich ergriff sie. Danach versuchte sie mich, von der Bank zu ziehen. Ich folgte der Aufforderung und stand wenige Sekunden später vor ihr. Kaum hatte ich mich aufgestellt, machte sie einen Schritt nach vorne und umarmte mich. Sofort spürte ich die Nässe, die von ihrer Kleidung auf meine übertragen wurde. Doch es störte mich nicht im geringsten. Ihr Kopf lag gegen ... meine Brust gelegt und ich umarmte sie ebenfalls, nachdem ich den Schirm zur Seite gelegt hatte. So standen wir eine ganze Weile zusammen im Regen und hielten uns gegenseitig fest, ohne uns zu bewegen. Wir wollten uns nicht bewegen, wir wollten, dass dieser Augenblick ewig dauern würde. Doch der Regen war dagegen. Er wurde stärker. Also schob ich Eva sachte von mir weg, nahm den Regenschirm in eine Hand und nahm mit der anderen, eine der ihren. "Komm!", sagte ich und wir gingen zum Ausgang des Friedhofs. Sie hatte mir nie gesagt, wo sie wohnte, daher beschloss ich, sie mit zu mir zu nehmen. Es war nicht weit und anscheinend war es ihr recht. Außerdem mussten wir langsam, vor allem Eva, aus den nassen Klamotten. Das konnte auf die Dauer nicht gut für die Gesundheit sein. Schnell waren wir bei mir angekommen. Ich schloss die Tür auf und wir gingen hinein. Hier überlegte ich, was ich ihr zum Anziehen geben könnte. In meinem Haushalt hatte ich keinen Klamotten für Frauen mehr, schon gar nicht in ihrer Größe. Es blieb mir nichts anders übrig, als ihr einen meiner Pyjamas zu geben, obwohl ich wusste, wie es aussehen würde, wenn sie in die Klamotten eines 1,85 Meter großen Mannes schlüpfte. Doch das war im Moment egal. Hauptsache sie kam aus dem nassen Zeugs. Ich drückte ihr diesen in die Hände und schob sie vorsichtig ins Bad. Dann schloss ich hinter ihr die Tür und begab mich selber zu meinem Kleiderschrank, um mich ebenfalls umzuziehen. Schneller als sie, war ich im Wohnzimmer und ...