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Liebe, Tod und Neuanfang
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
als einmal, was so komisch wäre. Ich winkte ab und erklärte es ihr nicht, denn ich wollte nicht, dass sie es in den falschen Hals bekam und verärgert wurde. Es war ein unterhaltsamer Nachmittag, und als sie ging, sah ich ihr noch länger nach. Dabei erwischte ich mich, dass ich ihren kleinen Hintern ansah, der straff von ihrer Hose ummantelt, hervorgehoben wurde. Am Tag darauf trafen wir erneut auf dem Friedhof aufeinander. Zu meiner Überraschung trug sie keinen Anzug, sondern war ähnlich wie am Tag zuvor gekleidet. Es sah aus, als wenn es bald zu regnen beginnen würde und wir hatten beide unsere Schirme dabei. Sie sah an sich herunter und sagte erklärend: "Ich habe mir zwei Tage freigenommen. Ich hatte keine Lust zum Arbeiten. Es ist schon so lange her, dass ich das getan habe, dass mein Chef komisch geschaut hat. Aber er fand, es sei eine gute Idee, wenn ich rausgehen würde. Er weiß, was mit mir los ist, von daher unterstützt er mich, wo er kann. Ach ja, zur Info. Er ist siebzig, sieht aus, wie ich mir einen Opa vorstelle, und hat eine ihn unter Kontrolle haltende Frau. Nur so zur Erklärung, wenn ich davon spreche, dass er sich um mich kümmert!" Ich sah sie mit großen Augen an. "Ehh, ich habe doch nichts gesagt. Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen!" "Tschuldigung, alte Gewohnheit. Ingo hatte es nie geglaubt!" Sie sprach nicht gerne von ihrem verstorbenen Mann, das hatte ich schon bemerkt. Wie die beiden zueinandergestanden hatten, konnte ich nicht sagen, aber da war ... etwas, was nicht passte. Aber da war das Thema schon vom Tisch, und gerade als wir fertig waren, kamen die ersten Tropfen vom Himmel. "Darf ich dich auf eine Runde Banksitzen einladen?", fragte ich sie und musste grinsen. "Sehr gerne, ich wollte schon immer wissen, wie die Aussicht von da aus ist!" Während ich jetzt meinen Schirm aufspannte, hakte sie sich auf einmal beim mir im Arm ein und wir gingen gemessenen Schrittes zur Bank. Dort angekommen, wischte ich mit einem Taschentuch den Platz sauber und soweit trocken, dann setzten wir uns nebeneinander hin. "Schöne Aussicht von hier aus", sagte sie und sah in Richtung der beiden Gräber. "Ein wenig weit weg, aber trotzdem gut zu übersehen. Ein gut gewählter Ort, um Beobachtungen zu machen." Ich drehte meinen Kopf in ihre Richtung und konnte erneut das leichte Grinsen sehen, was ihr Gesicht aufhellte. Man konnte diesmal die Ironie geradewegs aus ihrer Stimme hören und ich musste ebenfalls grinsen. Ertappt. "Wie ist das eigentlich, wenn man hier sitzt und eine Frau beobachtet, die man nur von hinten sieht. Worauf achtet man dann?" Eva brachte mich in Verlegenheit, obwohl es nicht klang, als wenn sie das wollte. "Es kommt darauf an, ob man die Frau für interessant findet oder nicht. Wenn nicht, schaut man woanders hin, wenn doch, würde ich sagen, auf den Hintern. Viel anders bekommt man von ihr nicht zu sehen!" "Nicht die Beine oder den Kopf?", fragte sie weiter. "Wenn sie hockt, dann nicht!" Jede andere Antwort wäre gelogen gewesen ...