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Liebe, Tod und Neuanfang
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
ich das Licht löschte. Ich kann es nicht erklären, aber es war anders. Aber ich konnte es mir nicht erklären. Irgendwann mitten in der Nacht wachte ich auf. Etwas war anders als sonst. Erst ein paar Sekunden später merkte ich, dass ich das Atmen von Silvia nicht mehr hören konnte. Sofort machte ich das Licht an und sah nach ihr. Sie lag mit offenen Augen da und hatte einen unheimlich friedlichen Ausdruck auf dem Gesicht. Doch ich wusste instinktiv das hinter diesem Ausdruck kein Leben mehr steckte. Trotzdem schüttelte ich sie, hatte keinen Erfolg mehr damit. Jetzt zeigte sich, das die lange Vorbereitungszeit auf diesen Augenblick wirkte. Es war eine Frage der Zeit gewesen. Nicht ob, sondern wann, hatte im Raum gestanden. Also stand ich ruhig wie möglich auf und ging zum Telefon. Doch das sah nur nach außen hin so aus. In Wirklichkeit fühlte ich mich innerlich, als wenn es mich zerreißen würde. Ich rief den Notarzt an, obwohl ich wusste, dass er sein Blaulicht nicht mehr anmachen musste. Trotzdem kam er so bei mir an und ich ließ ihn ein. Dann untersuchte er Silvia und ich gab ihm die Unterlagen, die zeigten, was mit ihr los war. Er las sie durch und stellte den Totenschein aus. Eine Woche später ließ ich selber die Urne in das kleine Grab herunter. Ich hatte mir allerdings etwas von ihrer Asche in eine kleine gläserne Phiole abfüllen lassen. Es war nicht einfach, aber zum Schluss gelang es mir. Kapitel 7 So oft ich konnte, kam ich an ihr Grab und pflegte gleichzeitig jene ... Stelle mit, die daneben so verwildert aussah. Auch hier schnitt ich das Gras, damit das von Silvia nicht mit in Leidenschaft gezogen wurde. Die Wochen und Monate gingen durchs Land. Hatte ich immer gedacht, dass die Zeit alle Wunden heilte, wurde ich eines Besseren belehrt. Silvia hatte mir zwar immer gesagt, dass wenn sie nicht mehr da wäre, ich nicht auf die Idee kommen sollte, keusch zu leben oder eine neue Liebe auszuschlagen, doch es funktionierte nicht. Ich verglich alle Frauen mit Silvia und keine konnte ihr im Geringsten das Wasser reichen. Keusch zu leben, hätte ich mir nie erträumt, aber es war fast so. Mehr als der unbefriedigende Gang zu einer käuflichen Dame war nicht drin. Eine emotionale Bindung war von meiner Seite nicht gewünscht und die bekam ich auch nicht von ihnen. Ich wäre ebenfalls nicht auf die Idee gekommen, mir eine neue Frau zu suchen. Ich registrierte sie nicht einmal, hätte es nicht bemerkt, wenn sich eine von ihnen für mich interessiert hätte. Etwas mehr als ein Jahr nach der verhängnisvollen Zeit, entdeckte ich, auf dem Platz neben Silvia ein frisch ausgehobenes Loch. Also würde demnächst dort jemand beigesetzt werden. Als ich zwei Tage später wiederkam, war das Loch zu und es stand eine kleine Vase darauf, in der eine einzelne rote Rose steckte. Sonst war nur noch ein kleiner Stein darauf gelegt worden, auf dem der Name Ingo stand. Nichts weiter kein Nachname, keine Daten. Schlichter ging es nicht, sagte aber alles aus. Was die nächsten Tage ...