1. Liebe, Tod und Neuanfang


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    davor, zu zerstören, was nicht zerstört werden sollte. Wann kannte man schon einen Menschen, dem man bedingungslos vertraute und anders herum. So etwas musste man hüten, es war ein Schatz, den man mit Geld nicht bezahlten konnte. Der Tag neigte sich seinem Ende zu und unsere Wege trennten sich. Ich verabschiedete mich von Silvia, wusste zugleich, dass wir uns bald, am nächsten Freitag, wiedersehen würden. Zumindest hatten wir das verabredet. Dann verschwand sie und ich blieb mit meinen Gedanken alleine, die mich zu quälen begannen. Immer wieder musste ich über uns beide nachdenken. Immer mehr viel mir aus unserer Kindheit ein. Da waren die einfachen Spiele wie Murmeln, oder das zusammen durch die Gegend fahren, mit dem Fahrrad oder Kettcar. Später, als wir älter waren, kamen die ersten Versuche mit Zigaretten in meine Gedanken. Sie schmeckten nicht, und wenn man den Rauch in die Lunge sog, mussten wir unheimlich stark husten. Der einzige Effekt dabei war, dass wir Schwierigkeiten mit der Verdauung bekamen. All das kam nur draußen infrage. Wenn das Wetter wirklich so schlimm war, das wir nicht draußen sein konnten, beschäftigten wir uns mit malen oder basteln. Allerdings kann ich mich kaum noch daran erinnern. Es hat sich von der Festplatte meines Gehirns gelöscht oder ist in einem Sektor verschwunden, den ich nicht öffnen kann. Ach ja, bevor ich es vergesse. Natürlich hatten wir unser Doktorspiel. Wir waren an allem interessiert, was die Natur hervorbrachte und es war nicht ...
    verwunderlich, dass wir uns eines Tages gegenseitig unter die Lupe nahmen. Natürlich hatte es zuerst keinen sexuellen Hintergrund, zumindest glaube ich das. Kann mich jedoch nicht mehr daran erinnern. Zumindest wussten wir sehr früh, wie sich Mädchen von Jungen unterscheiden. Erst später, kurz bevor wir uns aus den Augen verloren, kam noch die sexuelle Komponente hinzu. Sie sah meinen Steifen und ich bekam mit, wie sich ihre Brüste als kleine Kegel abzeichneten. Aber das war alles. Doch es kam nie dazu, das wir etwas miteinander hatten. Zwischen uns herrschte zwar eine Spannung, aber die Grenze übertraten wir nicht, obwohl wir beide dazu in der Lage gewesen wären. Etwas hielt uns davon ab. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob die Grenze nicht irgendwann gefallen wäre. Wenn ich genauer darüber nachdenke, bin ich mir recht sicher, dass wir es getan hätten. Ob wir danach noch so zueinandergestanden hätten, wie jetzt, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Die ganze Woche lang gingen mir diese oder ähnliche Gedanken durch den Kopf und ich ersehnte zum Schluss das Wiedersehen mit Silvia. Konnte von Donnerstag auf Freitag kaum schlafen und wunderte mich darüber. Was war schon dabei, dass wir uns morgen wiedersahen. Nichts, wir waren als Kinder zusammen gewesen, nicht mehr und nicht weniger. Freitag Nachmittag war es endlich soweit. Es klingelte an meiner Tür und ich öffnete sie übertrieben schnell, denn ich stand dahinter. Silvia sah mich seltsam an, denn sie hatte nicht damit ...
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