1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    ihm wohl nicht sonderlich gut ging. Seitdem ich ihn das eine Mal gesehen hatte, hatte er sich verändert. Die Wangen waren eingefallen und die Haare unordentlicher als zuvor. Vielleicht war er krank. Er stand nur da und sah mich mit blutunterlaufenen Augen an. Dann räusperte er sich und sagte mit einer kratzenden Stimme: "Nein, ich bin nicht wegen der Bezahlung da. Ich möchte nur noch einmal den Spiegel sehen, den ich ihnen verkauft habe. Ein letztes Mal. Haben sie ihn restauriert?" Ich nickte, macht ihm aber zugleich Platz, damit er eintreten konnte. Dann wies ich ihm den Weg zum Schlafzimmer. In mir hatte sich die Meinung breitgemacht, dass er es verdient hatte. Immerhin wollte er keine Bezahlung für das gute Stück. Als ich die Tür zum Schlafzimmer aufmachte, sah er mich mit einem breiten Grinsen von der Seite an. "Dann haben sie es also herausbekommen! Die Dunkelheit verrät sie! War auch sicher nicht schwer. Ich hoffe er wird ihnen Glück bringen! Darf ich einen Moment mit ihm alleine sein?" "Dürfen sie, aber es wäre schön, wenn sie mir mehr über ihn erzählen könnten. Immerhin ist er ja nicht gerade gewöhnlich. Oder wissen sie selber nicht mehr darüber?" "Viel weiß ich auch nicht!", meinte er und sah sich anscheinend nach etwas um, um sich zu setzen. Um es ihm leichter zu machen, zeigte ich ihm den Weg in mein Wohnzimmer. Nur eine halbe Minute später saßen wir im Wohnzimmer und ich wartete gespannt darauf, was er mir zu erzählen hatte. "Ich habe ihn vor Jahren auf dem ...
    Sperrmüll gefunden. Auch zu dieser Zeit sah er so aus, wie ihr ihn von mir gekauft habe. Ich habe ihn ebenfalls restauriert und schnell herausbekommen, welche weitere Fähigkeit er hat. Lange habe ich mich durch diverse Bibliotheken gekämpft, um mehr über ihn zu erfahren. Irgendwer musste etwas darüber veröffentlicht haben. Nur durch Zufall habe ich etwas darüber gefunden!" Hier machte der alte Mann eine schöpferische Pause seiner Erzählung und ließ mich zappeln. Doch dann machte er weiter, ohne das ich ihn darum bitten musste. "Ich fand in einem alten Buch eine Geschichte über einen Hexenmeister, vielleicht auch Alchimisten, so genau wusste es die Geschichte selber nicht. Dieser schuf zwei dieser Spiegel, um sie als Tor in eine andere Welt oder besser gesagt Zeit zu benutzen. Er sollte einen ganz einfachen Zweck habe. Es sollte ein Fluchtweg für ihn sein, falls seine Tätigkeiten auffallen würden. Hierzu verkaufte er, so will es natürlich die Geschichte, seine Seele. Was sonst?" Hierbei musste der alte Mann lächeln. Konnte es jedoch nicht widerlegen. Wie sollte er auch. "Es wurde berichtet, dass der Mann natürlich vom Teufel hinters Licht geführt wurde. Er ließ die Menschen immer nur zu einer Seite sehen und was noch schlimmer war, man konnte nicht so oft wie man wollte hin und her springen. Außerdem konnte es nur der Eigentümer. Doch das sagte der Teufel natürlich nicht. Der Handel wurde abgeschlossen und der Mann lebte viele Jahre mit der Sicherheit, jederzeit flüchten zu können. ...
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