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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
jemanden zu finden!" Daher wehte also der Wind. Innerlich hatte ich schon fast damit gerechnet und es hatte eine gewisse Logik. An Klaras Stelle hätte ich vielleicht genauso gehandelt. "Also. Seid ihr nun reich oder nicht?", fragte sie erneut und sah mit erwartungsvollen Augen in meine Richtung. Was sollte ich nun sagen. In meiner Welt war ich nicht der Reichste, aber was bedeutete das für ihre. Wie sollte ich das bemessen. Einmal davon abgesehen, was sollte es nützen? Da ich aber sowieso in einem selbst gestrickten Netz aus Lügen steckte, spielte es keine wirkliche Rolle mehr, was ich sagte. "Bevor ich verhext wurde, war ich recht wohlhabend!", log ich, wobei ich das natürlich nicht bemessen konnte, "aber einen Titel hatte ich nicht!" "Schade!", meinte Klara und man konnte geradezu sehen, wie sie etwas in sich zusammensackte. "War ja auch nur so eine Idee. Eine sehr gewagte Idee, aber warum nicht?" Man konnte verstehen, dass Klara versuchte sich an jedem Strohhalm festzuklammern, der sich ihr bot. Dabei schwang schon fast etwas wie Verzweiflung in ihrer Stimme mit. Sie tat mir leid. Zu gerne hätte ich ihr geholfen. Diese Verzweiflung verfolg aber innerhalb der nächsten Augenblicke. Sie saß wieder da, wie zuvor und lächelte. So mochte ich sie am liebsten. Sie sah aus wie ein Gemälde, was ich mir jederzeit an die Wand gehängt hätte. Fast majestätisch kam es herüber und sie strahlte selbst in ihren jungen Jahren etwas wie Autorität aus. Ihr Zukünftiger würde es nicht ... leicht mit ihr haben, da war ich mir sicher. Unterordnen würde sie sich nicht, jedenfalls nicht vollkommen. Als ich Klara jetzt wieder ansah, konnte man erkennen, dass auf einmal ein anderer Gedanke in ihrem Kopf vor sich ging. Ihr Gesicht wurde starr und sich schien über etwas nachzudenken. "Christoph, sagt einmal, könntet ihr noch einmal machen, was ihr bereits für mich gemacht habt. Ich gebe zu, dass ich vor Aufregung nicht alles richtig mitbekommen habe, und könntet ihr euch etwas näher zu mir stellen?" Ich schluckte einmal, denn damit hatte ich so schnell nicht gerechnet, vor allem nicht in der Art das Thema zu wechseln. Es kam mir so vor, als wenn ich von einem Zug überrollt worden wäre. Doch so einfach wollte ich es ihr nicht mehr machen. Dazu kam mir eine Idee, die ich in die umsetzten, wollte. "Natürlich kann ich das für dich noch einmal machen, aber was springt dabei für mich heraus? Ich selber habe nicht viel davon!" Das war natürlich ebenfalls gelogen, immerhin war es für mich auch sehr erregend und ich hatte es genossen, mich nackt vor Klara zu zeigen, was mir im Nachhinein seltsam vorgekommen war. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst, dass ich so zeigefreudig war. Ein verkappter Exhibitionist. Manchmal wunderte ich mich über mich selber. "Was kann ich euch den schon geben?", fragte Klara mich, obwohl es mir so vorkam, als wenn sie es sich selber fragte. Materiell konnte es nicht sein, das wusste sie genauso wie ich. Ich hätte es nicht erhalten können. ...