1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    und Macht. Sie meinen, dass man darüber hinweg sehen kann, dass er ein unansehnlicher Mensch ist. Er ist zu klein, zu alt und sieht aus wie ein Waldschrat. Ich kann nur hoffen, dass er wenigstens gerecht und zuvorkommend zu mir ist!" "Hmmmm!", meinte ich und sah Klara an. Sie war noch recht jung, jedenfalls sah sie danach aus. "Ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Trotzdem unterhaltet ihr euch mit mir. So gesehen ist das auch nicht viel anders!" "Nein, wie der Jüngste seht ihr nicht aus, aber ihr seid nicht hässlich und ich kann euch leiden. Wenn er ein solcher Mann wäre wie ihr, hätte ich nichts dagegen gesagt!" "Oh. Dankeschön! Ein so nettes Kompliment hat man mir schon lange nicht mehr gemacht!", antwortete ich und war wirklich darüber froh, dass ich so gut bei ihr wegkam. Damit hatte ich nicht gerechnet. "Gibt es denn keine Möglichkeit, dass du dich gegen die Hochzeit wehrst? Immerhin hast du doch sicher auch etwas mitzubestimmen?" "Da kennt ihr meine Eltern aber schlecht. Was sie sich in den Kopf gesetzt haben, das führen sie auch durch. Er ist halt der Mann mit den besten Voraussetzungen. Er bringt Titel und Geld mit in die Familie. Etwas, was meine Eltern anscheinend höher ansehen, als mein persönliches Glück. Da kann ich nichts gegen machen!" Als Klara davon erzählte, meinte ich erkennen zu können, dass sich ihre Augen mehr befeuchteten, als sonst. Wahrscheinlich war sie kurz davor ein paar Tränen zu vergießen und das machte mich ebenfalls traurig. Dagegen konnte ...
    ich aus meiner Position heraus, nichts machen. Doch Klaras betrübte Stimmung verflog genauso schnell wieder, wie sie gekommen war. "Aber jetzt seid ihr ja da. Da habe ich wenigstens jemanden, mit dem ich reden kann!" Irgendwie fühlte ich mich geschmeichelt. So gesehen sehr interessant. Welcher Mensch hatte schon die Möglichkeit mit jemandem zu kommunizieren, der in einer anderen Welt wohnte. Dazu war es noch ein sehr angenehmer Anblick. Klara verkörperte vieles, was ich immer schon gemocht hatte. Wäre ich zwanzig Jahre jünger gewesen, wäre sie für mich genau das gewesen, was ich immer gesucht hatte. Leider fand ich niemals etwas, was ihr entsprach. Eine längere Partnerschaft hatte ich niemals gehabt. Hieraus ergab sich aber auch, dass ich immer ein freier Mensch gewesen war und das hatte auch einige Vorteile. "Ich stehe dir zur Verfügung!", antwortete ich gleich. "Ich habe ja sonst nichts zu tun!" Gut, das war wieder gelogen, aber ich musste mein Image des Mannes im Spiegel aufrechterhalten. Ich fand, dass es besser so war, als Klara zu erklären, dass ich in einer anderen Welt lebte. Vielleicht hätte sie es nicht verstanden. Obwohl, wenn ich genau darüber nachdachte, hatte ich es ebenfalls nicht verstanden. Doch das war mir vollkommen egal. "Das ist schön. Ihr seid etwas älter, daher könnt ihr mir sicher einige Fragen beantworten, die mir auf der Seele liegen. Obwohl ich mich frage, ob ihr mir die überhaupt beantworten könnt. Immerhin seid ihr alleine, habt also von Frauen und ...
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