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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
seid Geschichte! Oder ich lasse euch in eine Abstellkammer bringen, dann könnt ihr sehr lange eine Wand anschauen!" Bei dieser Antwort grinste sie mich allerdings so belustigt an, dass man sofort erkennen konnte, dass sie es nicht vorhatte. Das bestätigte sie auch gleich. "Das werde ich natürlich nicht tun. Es reicht ja, ein Tuch vorzuhängen. Dann könnt ihr mich nicht mehr sehen, aber noch hören!" Da hatte sie natürlich recht und ich musste wirklich höllisch aufpassen, sie nicht zu verärgern. Nur miteinander sprechen würde ich auf die Dauer langweilig finden. "Sagt einmal Mann im Spiegel, habt ihr auch einen Namen? Ihr kennt den meinen, also sehe ich es als gerecht an, wenn ich euren genannt bekomme!" Gleiches Recht für alle, warum sollte sie meinen Namen nicht bekommen, es war schließlich kein Geheimnis. "Christoph!", antwortete ich ihr, während sie in etwa in meine Richtung sah. "Christoph!", wiederholte sie ihn, als wenn sie es brauchte, um ihn sich zu merken. "Ein schöner Name finde ich. Er passt irgendwie zu euch. Dabei kann ich nicht sagen, warum!" Ich musste grinsen, denn auch ihr Name passte irgendwie zu ihr. "Danke dir! Dein Name passt ebenfalls zu dir!" "Findet ihr? Ich fand immer, dass er nicht zu mir passt. Er ist einfach zu kurz. Ich hätte mir etwas Längeres gewünscht. Klara klingt so einfach! Trotzdem danke für eure Liebenswürdigkeit!" Ich nickte einmal wegen des Dankes, obwohl ich mir bewusst war, dass sie es gar nicht sehen konnte. "Ich muss noch einmal weg. ... Wenn ich wieder da bin, würde ich mich gerne weiter mit euch unterhalten!", sagte sie auf einmal und stand dabei auf. Sie glättete den Stoff ihres Kleides, überprüfte den Sitz im Spiegel und war mit anscheinende mit dem zufrieden, was sie sah. Ein leichtes Lächeln huschte über ihre Lippen. Dann nickte sie mir noch einmal zu und drehte sich wortlos um, um zu gehen. Wenige Augenblicke später trat sie aus meinem Sichtfeld und war verschwunden. Was mich anging, hatte ich auch etwas anderes zu tun und jetzt die Zeit dafür. Also räumte ich etwas auf, ging aber alle zehn Minuten ins Schlafzimmer, um nachzuschauen, ob Klara wieder da war. Es dauerte eine ganze Zeit, bis sie sich wieder zeigte. Sie entschuldigte sich dafür, dass es so lange gedauert hatte, obwohl sie das nun wirklich nicht machen musste. Warum auch. "Christoph, seid ihr da?", fragte sie, und da ich gerade zufällig im Zimmer war, antwortete ich ihr natürlich. "Hallo Klara, schön dich wiederzusehen!", antwortete ich sofort und über Klaras Gesicht zog sich ein breites Lächeln. "Es ist noch so viel zu tun. Wie ihr sicher mitbekommen habt, werde ich bald heiraten. Es dauert noch ein paar Monate, dann ist es soweit. Dabei habe ich meinen Bräutigam erst einmal gesehen und mir wäre es lieb, wenn es das letzte Mal gewesen wäre!" "Wieso?", fragte ich neugierig, denn damit hätte ich nicht gerechnet. "Warum? Ganz einfach. Er ist alt und hässlich. Leider finden Vater und Mutter, dass das kein Grund ist. Er ist reich, hat Einfluss ...