1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    Vater gekostet, euch zu bekommen. Immerhin gibt es noch mehr Spiegel, die so groß sind wie eurer. Aber ich habe es geschafft, wie man sieht. Auch wenn Vater nicht verstanden hat, warum ausgerechnet diesen. Da er aber seiner Tochter nichts abschlagen kann, habe ich meinen Willen bekommen!" Bei dieser Antwort grinste sie hintergründig und sah mit lustig wirkenden Augen in meine Richtung. "Im Spiegelzimmer hätte ich euch nicht so oft und lange sehen können. Man ist dort niemals lange alleine und in der Nacht hat man dort auch nur wenig zu suchen. Oder versucht doch einmal jemandem zu erklären, warum man in der Dunkelheit, vor einem Spiegel steht. Das macht keinen Sinn. Ihr kommt aber heute noch an diese Wand!" Während sie das sagte, streckte sie die Hand aus und zeigte mit einem Finger auf die linke Wand. "Von dort aus könnt ihr mich besser sehen und ich euch!" Dabei grinste Klara mit einem hintergründigen Lächeln im Gesicht. Kaum hatte sie das gesagt, hörte ich im Hintergrund ein Klopfen, was von einer Tür herrühren musste. Klara stand auf und verschwand in der Richtung. Darauf hin hörte ich ein paar lauter werdende Stimmen. Zwei stämmige Männer traten vor den Spiegel, befestigten zwei große, stabil wirkende Haken an der gezeigten, linken Wand und hoben den Spiegel an. Wenige Sekunden und Flüche später, hing ich an meinem neuen Platz und sah neugierig geradeaus. Jetzt hatte ich freie Sicht und konnte den ganzen Raum überblicken. Er war größer als angenommen, aber hatte lange ...
    nicht die Ausmaße des Saals. Gut zu erkennen war ein großes, breites Himmelbett, was am anderen Ende des Raumes stand. Es war aus fast schwarzem Holz gefertigt worden, wobei die Stützen für den Himmel wie eine Wendeltreppe geschnitzt worden waren. Darauf lagen mehrerer große, farblich intensiv leuchtende Kissen, die alles kuschelig wirken ließen. Über der Bettdecke selber lag eine Tagesdecke, die ebenfalls aus Brokat gefertigt worden war. Zumindest ging ich davon aus. Als weitere Möbel waren ein Sekretär, ein zierlicher Schreibtisch und Schminktisch vorhanden, vor denen die entsprechenden Stühle standen. Bis auf die Rekamiere, war sonst kein weiteres Möbel vorhanden. Alles in allem eine recht karge Ausstattung, die aber sicher sehr teuer gewesen war. "Gefällt euch, was ihr seht?", fragte Klara mit einer Stimme, die wirklich Interesse ausdrückte. "Ja!", meinte ich, "bei dir lässt es ich wohnen. Hast du gar keine Angst, dass ich dich beim Schlafen anschaue oder wenn du dich umziehst?" Klara sah einen Moment in meine Richtung und dann zu ihrem Bett. Meinte aber: "Erstens ziehe ich mich hier nicht um, dafür habe ich natürlich ein anderes Zimmer und zweitens werde ich einen Sichtschutz vor das Bett stellen. So könnt ihr mich nicht sehen, aber ich kann mich immer noch mit euch unterhalten. Vielleicht lasse ich den Sichtschutz auch weg. Was soll mir schon passieren. Wenn ihr euch nicht so verhaltet, wie ich es möchte, brauche ich nur etwas Hartes in eure Richtung zu werfen und ihr ...
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