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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
über die letzten Stunden. Nicht zu erklären war aber, dass ich leicht nach oben sah und somit eine Perspektive hatte, als wenn ich in die Hocke gegangen wäre. Doch nach etwas überlegen kam ich zu dem Schluss, dass man den Spiegel noch nicht aufgehängt hatte und er noch schräg gegen sie Wand lehnte. Jetzt war ich gespannt darauf, was sich als Nächstes tun würde. Immerhin war das sicher nicht umsonst geschehen. Ich ging noch einmal in die Küche und holte mir etwas zu essen und trinken. Dann saß ich wieder auf dem Stuhl und wartete, während ich alles in mich hinein futterte. Ich war so damit beschäftigt, dass ich fast die Bewegung am rechten Rand nicht mitbekam. Ich biss gerade in einen wunderbar süßsauren Apfel, an dem ich mich fast verschluckte, denn er war so saftig, dass mir der Saft in den Rachen lief und meine Luftröhre reizte. Ich hustete ein paar Mal, und als ich damit fertig war, hörte ich ein Erheitertes: "Gesundheit!" Das war alles. Aber es hatte ausgereicht, dass ich die Stimme erkannte. Es war ganz klar die Stimme von Klara, die wenige Augenblicke später ins Bild trat. Dieses Mal hatte sie ein froschgrünes, bodenlanges Kleid an, welches, wie auch die vorherigen, ihre Figur sehr betonte. Die Taille schmal geschnürt, die Ärmel etwas aufgebauscht und der Reifrock weit ausladend. Dazu die unvermeidliche Turmfrisur, die jedes Mal etwas anders gesteckt war. Jetzt konnte ich die Theorie bestätigen, dass der Spiegel gegen die Wand gelehnt worden war, denn ich sah Klara ... ebenfalls etwas von unten herauf an. Nur wenige Grad, aber man konnte es gut erkennen. Zur Bestätigung sagte sie es mir auch noch. "Entschuldigt, dass wir euch noch nicht aufgehängt haben. Die Handwerker müssen erst entsprechende Haken holen. Ich hoffe, ihr habt den Transport gut überstanden!" Alleine diese Antwort bestätigte mir, dass Klara wirklich glaubt, dass ich in dem Spiegel wohnte und ich musste wieder einmal grinsen. Gut, dass sie es nicht sehen konnte. Wer weiß, was sie sich gedacht hätte. "Es hat etwas geschaukelt, aber es ist nichts kaputt gegangen!", log ich um Klaras Version des ganzen zu bestätigen. "Beim nächsten Mal bitte etwas vorsichtiger!" Bei dieser Antwort hätte ich fast laut gelacht, konnte mich aber gerade noch davon zurückhalten. Währenddessen hatte Klara sich auf die Rekamiere gesetzt, und da ich tiefer war als sonst, konnte ich den Saum von mindestens einem weißen Unterrock sehen. Dazu kamen schwarze, zierlich wirkende Schuhe, die leicht vor und zurück wippten. Hinzu kam, dass Klara kleiner wirkte, als sie wahrscheinlich war. Dabei konnte ich das gar nicht sagen, da mir ein Vergleich fehlte. Nach unserem metrischen System konnte sie sowohl zwei Meter oder nur einen Meter groß sein. Alles war möglich, sogar noch extremere Sachen. "Wo bin ich?", fragte ich, denn darauf konnte ich mir keinen Reim machen. "Ich habe euch in mein Schlafzimmer bringen lassen. Dabei war es nicht einfach, euch hierher zu bekommen. Es hat mich große Überredungskünste bei meinem ...