1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    zurückgehalten, aber heute trank sie mehr. Vielleicht weil sie nervös war und diese überspielen wollte oder aus Ärger daraus, dass es einfach nicht klappen wollte. Mir war es Recht. Sollte sie sich doch im Alkohol verlieren. Also saßen wir uns gegenüber und rieben uns die Bäuche, die gar nicht so übermäßig gefüllt waren. Marie stand währenddessen weiterhin hinter Klara und sah zufrieden und entspannt aus. Trotzdem beobachtete sie uns genau und ich war froh darüber, dass ich mich auf vier Augen verlassen konnte. Ich ließ mir von Klara berichten, wie sie unser zukünftiges Heim eingerichtet hatte, dabei versuchte ich sie immer wieder in Schwierigkeiten zu bringen, was mir auch öfters gelang. Dabei verstrickte sie sich mehrmals in Widersprüche, ohne es zu merken. Besonders mit den Farben an den Wänden kam sie durcheinander. Das war sicher nicht die Auswirkung des Alkohols, denn später variierte die Anzahl der Kinderzimmer. Mal waren es drei, mal vier. Dabei ließ ich mir nicht anmerken, dass es mir seltsam vorkam. Ich nahm es einfach hin und legte es in einem bestimmten Ordner ab, den ich im Gehirn abspeicherte. "So viele Kinder wünscht du dir also?", kam es von mir und man konnte sehen, wie Klaras Gesicht etwas mehr Farbe bekam. Sie war trotz allem etwas verlegen, was ich an ihr nur selten sah. Hier waren es wohl doch die Auswirkungen des Alkohols. "Dann müssen wir ja bald damit anfangen, welche zu zeugen. Wir werden auch nicht jünger und uns läuft die Zeit davon. Immerhin ...
    willst du ja nicht nur eines haben. Ich hoffe nur, dass ich das noch schaffen werde!" Klara sah mich an und grinste. "Ach, natürlich werdet ihr das noch schaffen. Wir haben doch gesehen, dass es geht. So alt seit ihr doch auch noch nicht. Sagt man doch, dass Männer auch noch im hohen Alter Kinder zeugen können!" "Ich weiß nicht, ob das so stimmt!", meinte ich und sah Klara dabei tief in die Augen, "ich befürchte, dass dort öfters mal ein anderer Mann nachgeholfen hat!" Klara schmunzelte und lachte dann herzlich. "Ihr seid komisch Christoph. So etwas sagt man doch nicht. Aber ihr könntet recht haben. Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, als wenn ich auch nicht von meinem Vater abstamme. Ich habe kaum eine Ähnlichkeit mit ihm. Nur mein Geschäftssinn ist so ausgeprägt wie seiner!" Das glaubte ich ihr aufs Wort. Sie war gerade dabei, es zu beweisen. "Ein Mann braucht dazu immer viel Energie. Vor allem danach ist er immer ausgelaugt. Er muss das Verlorene wieder auffüllen, sonst fühlt er sich unwohl. Wir würden uns wünschen, dass wir dann etwas zu essen bekommen!" Das stimmte natürlich nicht, aber Klara wusste das natürlich nicht. Ich grinste sie an und sah auf das Essen, was sich noch vor uns häufte. "Zu gerne hätte ich noch etwas gegessen, aber ich kann einfach nicht mehr. Es war ein wirklich schöner Abend, aber ich denke, ich werde mich jetzt zurückziehen. Ich bin so müde wie selten zuvor!" Noch deutlicher konnte ich nicht mit dem Zaunpfahl winken. Klara griff jetzt selber zur ...
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