1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    eingepackt, die ich mitnehmen wollte. Ich hatte sie noch schnell gekauft, um sie mitzunehmen. Pünktlich ging ich durch das Glas und Klara kam zur Tür herein. Das Kleid was sie trug war eine Wucht. Anders konnte man es nicht sagen. Es war sattgrün, vielleicht auch froschgrün, wie immer man das auch sagen möchte. Es war weit ausgeschnitten, hatte bauschige Ärmel und ging bis auf den Boden herunter. Wenn Klara sich drehte, hatte man den Eindruck, als wenn immer neue Farbschattierungen auf dem Stoff entstanden, wie bei einer Metalliclackierung. Man konnte sagen, was man wollte, aber Klara war eine Erscheinung, die mir die Spucke wegbleiben ließ. Tatsächlich schluckte ich einmal, kam erst dann auf sie zu. "Hallo schönes Kind!", sagte ich mit einer dumpfen, rauen und zugleich tiefen Stimme zu ihr. Ein Spruch, den ich schon immer einmal sagen wollte und hier hielt ich ihn für gerechtfertigt. "Es ist mir eine Ehre, mit dir zu speisen. Bitte führt uns zu unseren Plätzen!" Es machte mir unheimlichen Spaß so zu sprechen, glich ich mich doch damit dem allgemeinen Sprachgebrauch an, denn man sich wirklich zu eigen machen konnte. Wenn ich in meiner Welt war, musste ich manchmal aufpassen, nicht so zu reden, auch wenn man es rückwärts kaum verstanden hätte. Einmal war es mir doch passiert und die Blicke der Leute waren dementsprechend gewesen. Klara führte mich aber nicht wie vermutet zum Esszimmer sondern in den Raum, den ich als Besprechungsraum kannte, sie hatte ebenfalls kleine ...
    Leckereien besorgt, die sich auf dem niedrigen Tisch in der Mitte verteilt hatte. Hierzu stelle ich meine Spezialitäten und bestaunte die Auswahl. Es war genug dort, um mehr als satt zu werden, auch wenn die Portionen sehr klein waren. Die Menge würde es machen. Mir lief schon das Wasser im Munde zusammen. Als nächstes öffnete ich den Sekt, der ein leises Plopp von sich gab. Eine Flasche tiefrotem und schwerem Sekt aus russischer Herstellung. Er würde genau Klaras Geschmack sein, da war ich mir sicher. Ich ließ die perlende Flüssigkeit in breite Sektschalen fließen und sah dem rosafarbenen Schaum zu, wie er sich wieder setzte. Dann reichte ich eines der Gläser Klara, die es mit Vorsicht zwischen die Finger nahm. "Auf uns und das wir in unserem neuen Heim glücklich werden!", meinte ich und nahm mit Klara zusammen einen ersten Schluck, wobei man sehen konnte, dass Klara der Geschmack gefiel. Sie nippte zuerst nur ein wenige daran, nahm dann aber einen größeren Schluck. Sofort wusste ich, dass die Flasche noch leer werden würde. Mit dem Zeug hatte ich schon öfters Frauen überredet, ein wenig länger zu bleiben. Nicht fair, aber effektiv. Dabei möchte ich aber betonen, dass die Frauen niemals betrunken waren, nur guter Laune. Kaum hatten wir diese erledigt, ging die Tür auf und Marie kam herein. Sie trug noch ein weiteres Tablett und stellte es zusätzlich auf den Tisch. Jetzt war kaum noch ein Zentimeter frei. Klara und ich setzten uns hin und übersahen erst einmal die Auswahl, während ...
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