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Spieglein, Spieglein ...
Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,
anderes erwarten würde. Ich schnappte mir die letzten Säckchen und verschwand so schnell wie möglich aus dem Raum. Als ich wieder oben angekommen war, sah mich Marie etwas erstaunt an, da mein Gesicht immer noch von dem Pullover halb verdeckt war. Ich schloss wortlos die Tür, richtete den Pullover wieder so, wie er gehörte, und meinte nur zu Marie: "Es ist gut, dass du niemals dort hinunter gehst. Bleib dabei, es erwartet dich dort nichts Gutes!" Marie nickte und begleitete mich mit zum Spiegel. Hier sah ich sie noch einmal an und hatte den Eindruck, als wenn sie traurig war. Sie wusste, dass ich an diesem Tag das letzte Mal dort gewesen war, um das restliche Gold zu holen. Es gab also nichts mehr, was mich hier hielt. Klara war kein Grund mehr, der Rest der Familie ebenfalls nicht. Was würde mich also hierher zurückbringen. Im Grunde genommen wusste ich es auch nicht genau. Marie würde von mir eine entsprechend hohe Mitgift erhalten, obwohl ich nicht einmal wusste, wie ich es ihr geben sollte. Kam sie auf einmal zu Geld, würde die Familie argwöhnen, woher sie das hatte. Es musste eine andere Lösung gefunden werden. Trotzdem verschwand ich als Erstes im Spiegel und überlegte, was ich machen konnte. Hierbei fiel mein Blick auf die Vergoldung des Rahmens. Ein Großteil hatte sich bereits gelöst, besonders in den letzten Tagen. Durch die Aktionen mit den Münzen war ich sehr oft durch den Spiegel gegangen. Das hatte sich sehr negativ ausgewirkt. Nicht einmal ein viertel war ... verblieben. Ich hoffte nur, dass es soweit hielt, wie ich es benötigte. Ein erneuter Plan musste her, aber mir fiel nichts ein. An diesem Abend kam Klara früher wieder, als die letzten Tage und erzählte mir davon, wie schön doch das Haus wurde, was wir bald beziehen würden. Wenn ich es nicht gewusst hätte, hätte ich ihr die Freude geglaubt, die ihr Gesicht überstrahlte. Sie war eine perfekte Schauspielerin und ich schüttelte einmal mit dem Kopf. "Das müssen wir eigentlich Feiern!", sagte ich mit einer freudig erregten Stimme. Was hältst du davon, wenn wir beide heute Abend etwas zusammen trinken?" Klara fand es eine gute Idee und freute ich bereits darauf. "Das wird wunderbar, ich habe heute auch eines der neuen Kleider bekommen. Ich sollte es zu diesem Anlass anziehen. Was denkt ihr dazu?" "Eine wunderbare Idee. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie es aussehen wird. Bitte verrate mir noch nichts darüber, es soll für mich eine Überraschung werden!" Klara musste sich wirklich auf die Zähne beißen, denn sie hätte es mir tatsächlich am liebsten sofort erzählt. "Wie ihr wünscht, auch wenn es mir schwerfällt. Also heute Abend, soweit ich weiß sind meine Eltern nicht da. Wir werden also das Haus für uns haben! Nur ihr, ich und Marie" Klara zwinkerte mir einmal zu und ich verstand genau, was sie damit meinte. Es konnte ein sehr interessanter Abend werden. Zur vorgesehen Zeit machte ich mich fertig. Sekt, die dazugehörigen Materialien und noch einige Spezialitäten wurden von mir ...