1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    nicht selber beschubsten. Es dauerte länger als ich gedacht hatte, aber nach einer dreiviertel Stunde war ich fertig, schnappte mir meine Beute und verließ den Raum so schnell es ging. Drückte ich noch einmal gegen den Stein, ging die Tür wieder zu. Ein wirklich interessanter Mechanismus, den ich aber nicht erkunden wollte. Als ich endlich wieder oben ankam, stand Marie immer noch da und man konnte sehen, dass sie erleichtert war, als sie mich wiederkommen sah. "Alles in Ordnung!", erklärte ich mit einem lächeln, was Marie erwiderte. Wieder half sie mir beim Transport. Es dauerte nicht lange, da hatte ich alles durch den Spiegel geschafft. Zum Schluss stand ich noch vor Marie. Sie sah mich wieder ungläubig an und ich umarmte sie. "Es wird alles gut, glaube mir! Wir werden das zusammen schaffen!" "Herr Christoph, könnt ihr mich nicht mitnehmen?" Sie zitterte, als sie das fragte, aber leider konnte ich ihr diesen Wunsch nicht erfüllen. Ich schüttelte langsam meinen Kopf und sie verstand. Eine Art Resignation trat in ihren Gesichtsausdruck und sie tat mir leid. "Ich komme wieder!", versprach ich ihr und sie nickte einmal. Was sollte sie auch sonst tun. Später saß ich an meinem Küchentisch und wog die Münzen ab. Zwanzig Kilo hatte ich mitgenommen, zwanzig wieder mitgebracht. Zusammen mit den anderen, die ich schon hatte, ein kleines Vermögen. Es gab noch mehr zu holen und ich fuhr sofort zu meinem Münzhändler, bestellte weitere Repliken. Er nahm es mit einem Schulterzucken ...
    entgegen. Sie nächsten Tage war ich damit beschäftigt, im Keller die Säckchen auszutauschen. Marie half mir dabei, indem sie mich immer darüber informierte, wenn die Herrschaften nicht zuhause waren. Zu meinem Erstaunen kam es öfter vor, als ich angenommen hatte. Sie hatten alle außerhalb zu tun, was mir sehr gelegen kam. Es dauerte vier Tag, bis ich fast alles ausgetauscht hatte, nur die vorderste Reihe ließ ich stehen. Als ich das letzte mal im Keller war, die Reste holen, wandte ich mich den beiden Kisten zu, die an der anderen Wand standen. Zuvor hatte ich sie nicht mehr beachtet, denn mein Augenmerk war auf das viele Gold gerichtet. Als ich näher an eine der Kisten trat, verstärkte sich der merkwürdige Geruch, den ich zuvor schon wahrgenommen hatte. Er erinnerte mich an etwas, aber da er nicht stark genug war, konnte ich es nicht definieren. In meinem Langzeitgedächtnis hatte sich nur engegraben, dass dieser Geruch nichts gutes bedeutet. Unschlüssig stand ich vor der Kiste und starrte die von oben herab an. Dabei fragte ich mich wirklich, ob ich sie überhaupt öffnen sollte. Ich hatte mehr als genug und brauchte nichts, was immer auch darin war. Ich ging in die Knie und sah sie mir genauer an. Es lag eine Staubschicht auf dem Deckel, und da ich keine Fingerabdrücke sah, wahren sie wohl schon lange nicht mehr geöffnet worden. Näher ging ich an den Deckel heran und damit an den feinen Schlitz, der den Deckel vom Unterteil trennte. Der Geruch wurde intensiver und ich wusste ...
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