1. Spieglein, Spieglein ...


    Datum: 03.12.2017, Kategorien: Sonstige,

    was ich sofort erledigen musste. Ich konnte warten, warten auf den richtigen Zeitpunkt. Dieser konnte heute oder morgen sein, vielleicht auch später. Es trieb mich nichts. Erst jetzt ging ich ins Schlafzimmer, um nach dem Rechten zu sehen. Klara war inzwischen wieder verschwunden, was mich nicht wunderte. Warum sollte sie auch solange dort bleiben, bis ich mich meldete. Wäre ich da gewesen, hätte ich sie sicher angesprochen. Ich wollte gerade wieder gehen, als die Tür aufging und Marie zu ihrem alltäglichen Gespräch herein kam. Dieses Mal war sie mehr als früh da, wesentlich früher, was mich wunderte. Auch schien sie nicht so vorsichtig zu sein wie sonst. Sie kam einfach auf mich zu, machte keine Anstalt besonders leise zu sein. "Hallo Marie!", sagte ich, bevor sie etwas von sich gegeben hatte, "Was bist du heute früh hier. Sonst kommst du doch erst später!" "Ja, heute kann ich das. Ich bin alleine hier, die Drei sind weggegangen, haben mir nur gesagt, dass sie erst spät wiederkommen werden. Was sie genau vorhaben, haben sie mir nicht gesagt!" Es war schon seltsam. Noch vor einigen Minuten hatte ich darüber nachgedacht, wann wohl der richtige Zeitpunkt für mein Unterfangen war, und jetzt fiel er mir geradewegs vor die Füße. Das ganze war nur sehr kompliziert, wenn ich es so machen würde wie sonst. Das Problem dabei war Marie. Ich musste mich ihr offenbaren, sonst wurde es wirklich zu verzwickt. "Sag einmal Marie, was hältst du eigentlich von Zauberei?", fragte ich sie und ...
    sie sah mich verständnislos an. "Was meint ihr damit? So wie Hexen oder Hexenmeister? Jemandem damit schaden, ihn verfluchen oder gar töten?", fragte sie vorsichtig. "Nein, nicht so etwas. Nicht um jemandem zu schaden, sonder um ihn zu verblüffen. Kennst du das, wenn man jemanden verschwinden lässt und dieser ganz woanders wieder auftaucht?" Klaras Gesicht hellte sich auf, sie sah fast vergnügt aus, als sie antwortete: "Ja, so etwas habe ich schon gesehen. Es ist schon lange her, da war ein Zirkus hier in der Stadt. Da war ein Zauberer, der hat eine Frau zersägt und wieder zusammengefügt. Später ist sie in einen Kasten gestiegen und der wurde zugemacht. Als der Magier die Kiste wieder aufmachte, war sie nicht mehr drin!" Das hörte sich gut an, denn es würde Marie jetzt nicht ganz so verwirren, wenn ich sie jetzt mit dem Spiegel konfrontierte. "Weißt du, ich, bin so etwas Ähnliches wie ein Zauberer und ich würde dir gerne etwas zeigen!" Marie stand wie angewurzelt vor dem Spiegel. Sie sah so aus, als wenn sie es nicht erwarten konnte, dass etwas Außergewöhnliches passierte. "Bitte gehe einen Schritt weiter nach zurück und erschrick nicht!" Marie nickte nur und macht den geforderten Schritt. Dann stand sie wie gebannt still da und starrte in meine Richtung. Vorsichtig drückte ich mit einer Hand gegen das Glas und streckte zuerst nur eine Hand hindurch. Auch wenn ich Marie gesagt hatte, dass sie nicht erschrecken sollte, sah ich doch, wie sie zusammenzuckte, als sie die Hand zu ...
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